"Man probt für Auftritte, das ist der Motor unseres Vereins"

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 24. März 2021

Wittnau

DIE VEREINE UND CORONA: Die Trachtentanzgruppe im Verkehrs- und Trachtenverein Wittnau bedauert fehlende Proben und Auftritte.

(BZ). Die Corona-Pandemie schränkt das öffentliche Leben ein, auch das Vereinsleben ist betroffen. Die Badische Zeitung fragt daher bei Vereinen nach, welche Konsequenzen die Corona-Pandemie hat, wie die Vereine darauf reagieren und wie die Vereine die weiteren Perspektiven sehen. Heute: Susanne Kreusel von der Trachtentanzgruppe des Verkehrs- und Trachtenvereins Wittnau.

» Welche Auswirkungen hat die Pandemie auf das Vereinsleben?
Unser Verein schlummert in einem Dornröschenschlaf. Seit dem ersten Lockdown haben wir im Verkehrs- und Trachtenverein nahezu sämtliche Vereinstätigkeiten eingestellt. Zu unserem großen Bedauern wurden alle unsere Auftritte und sonstigen Veranstaltungen abgesagt. Das war sehr schade: Man probt für Auftritte, das ist der Motor unseres Vereins. Abgesagt wurden zum Beispiel die regelmäßigen monatlichen Auftritte in der CTS-Kurklinik Stöckenhöfe, die Auftritte beim Maibaumstellen und beim Bergfest in St. Ulrich, die Teilnahme an den Trachtenumzügen, die wir gerne auch mit Pferdekutsche begleitet hätten. Auch die kirchlichen Anlässe fanden nur in abgewandelter Form statt.

Ein bisschen Normalität war immerhin letztes Jahr am Alemannentag geboten. Die Trachtengruppe besuchte wie gewohnt in Breisgauer Tracht den Gottesdienst und präsentierte auf dem Kirchenvorplatz zwei Tänze – unter Einhaltung der Hygienevorschriften. Bedauerlicherweise mussten auch die Treffen des Vorstands unter der Leitung des Vorsitzenden Matthias Hug und die Generalversammlung ausfallen.

Wie hat der Verein auf die Einschränkungen reagiert?

Beim Trachtentanz ist es nicht möglich, Abstandsregeln einzuhalten. Zwar durften wir unter Vorlage eines Hygienekonzepts im Sommer für wenige Wochen den Probebetrieb bei den Erwachsenen wieder aufnehmen. Dieses beinhaltete unter anderem, feste Probepaare zu bilden. Da man aber bei den meisten Volkstänzen innerhalb eines Tanzes mit verschiedenen Partnern tanzt, war uns nur ein sehr eingeschränktes Tanzrepertoire verblieben.
Bei den Kindern war die Wiederaufnahme des Probebetriebs daher nicht sinnvoll.

Wenn die Corona-Pandemie andauert, welche Konsequenzen wird das auf den Verein und das Vereinsleben haben?
Die ausbleibenden, mit unseren Auftritten und Veranstaltungen verbundenen Einnahmen haben leider ein Loch in die Finanzkasse gerissen. Auch durften wir die regelmäßigen Haussammlungen, die vom Regierungspräsidium befürwortet und genehmigt sind und von denen ein Teil an den Arbeitskreis Alemannische Heimat geht, nicht durchführen.

Zum Thema Mitgliederschwund: Viele unserer derzeit 20 aktiven Tänzerinnen und Tänzer der Erwachsenentanzgruppe sind schon seit vielen, manche über 40 Jahren dabei. Bei mir sind es in diesem Jahr 35 Jahre. Ich hoffe sehr, dass so ein Ausnahmejahr uns da nicht aus der Bahn wirft, haben wir doch zusammen schon so viel Schönes erlebt. In unserem Verein ist jeder wichtig. Das gilt für den Vorstand wie auch für alle anderen aktiven und passiven Mitglieder. Ein Volkstanz kann erst gut gelingen, wenn alle mit Freude dabei sind. Aber schließlich haben bei unserem vorübergehenden Probebetrieb im Sommer letzten Jahres auch wieder alle mitgemacht...

Besonders würde ich mich darüber freuen, wenn so bald als möglich auch alle Kinder wieder Spaß am Tanzen hätten.

Susanne Kreusel (56) leitet seit zehn Jahren die Trachtentanzgruppe, die Teil des Verkehrs- und Trachtenvereins Wittnau ist – ist aber schon länger dabei.

Kontakt: info@trachtengruppe-wittnau.de