Wald

Man tut dem Klima keinen Gefallen, wenn man den Wald nicht nutzt

Martin Pfefferle (Aitern-Rollsbach)

Von Martin Pfefferle (Aitern-Rollsbach)

Mo, 12. April 2021

Leserbriefe

Zu: "Soll in Europas Wald weniger Holz geschlagen werden?", Beitrag von Daniela Weingärtner (Wirtschaft, 26. März)

Waldwirtschaft wird über sehr lange Zeiträume betrieben. Eine Generation (Umtriebszeit) dauert im Nadelwald circa 80 bis 120 Jahre, im Laubwald 120 und mehr Jahre, im Plenterwald sind alle Altersklassen vorhanden. Es stimmt, wenn die nächsten 30 Jahre der Wald nur zu 50 Prozent genutzt wird, dass er mehr Kohlendioxid speichert als mit der bisherigen Wirtschaftsweise, aber nur auf der Fläche. Ein genutzter Wald bindet mehr Kohlendioxid als ein ungenutzter Wald, weil darin mehr Holz nachwächst.

Wäre dies die letzten 30, 60 Jahre gemacht worden, würde jetzt viel Holz absterben, das gebundene Kohlendioxid würde durch die Verrottung freigesetzt. Wird noch eine Fichtenmonokultur als Bannwald ausgewiesen, werden Unmengen an Kohlendioxid freigesetzt, und man riskiert eine Bodenerosion, da kein lebender Bewuchs da ist. Das Brennholz, das uns das Haus heizt, ist unverkäufliches Holz, das sonst im Wald verrotten würde und die gleiche Menge Kohlendioxid freisetzen würde wie beim Verbrennen.

Das Brennholz für den Verkauf fällt an bei der Waldbewirtschaftung, um den Zuwachs auf die wertvollen Bäume zu lenken und ihn auch gegen Umwelteinflüsse stabiler zu machen. Das Brennholz ersetzt fossile Brennstoffe, die bis zu ihrer Bereitstellung schon etwa 50 Prozent ihrer Energie zur Förderung, Transport und Aufbereitung verbrauchen, Brennholz aus der Region nur fünf Prozent und setzt nur das Kohlendioxid frei, das es im Laufe des Wachstums aus der Luft gebunden hat. Man kann etwa 150 Prozent des Kohlenstoffs, das Brennholz freisetzt im Boden gebunden lassen, da man den fossilen Brennstoff nicht aufwändig fördern, transportieren und aufbereiten muss.

Bei Bauholz sieht die Kohlenstoffbilanz gegenüber Stahl und Beton noch besser aus. Es muss nicht erst viel Energie eingesetzt werden, um Bauholz bereitzustellen, so wie bei Stahl und Beton. Es fallen in den Sägewerken sehr viele Resthölzer an, die ohne großen Aufwand thermisch genutzt werden können. Man tut dem Klima keinen Gefallen, wenn man den Wald nicht oder weniger nutzt. Der europäische Wald ist die grüne Lunge Europas und wirkt schon lange gegen den Klimawandel. Martin Pfefferle, Aitern-Rollsbach