Corona-Tests

Markgräfler Gymnasium Müllheim bietet Tests für Schüler – doch die Mittel sind begrenzt

Susanne Ehmann

Von Susanne Ehmann

Do, 04. März 2021 um 20:33 Uhr

Müllheim

Am Markgräfler Gymnasium Müllheim können sich Schüler selbst testen. Wie lange die Schule das anbieten kann, ist aber fraglich, denn die Tests sind teuer.

Im Markgräfler Gymnasiums Müllheim (MGM) gehören Corona-Tests für die Schüler ab sofort zum Schulalltag. Zweimal wöchentlich können sie sich kostenlos selbst testen. Es läuft gut, finden Schulleitung, Lehrer, Schüler und Eltern – ewig stemmen kann die Schule die teuren Tests aber nicht. Sie hofft, dass die Politik mit einspringt.

An frisch desinfizierten Einzeltischen sitzen die Schülerinnen und Schüler, ein Selbst-Test-Set vor sich und das Handy. Packung auf, Tupfer in die eigene Nase, dann 15 Minuten warten. Auf dem Handy läuft die Zeit runter. Erscheint auf der Testkassette nur ein Strich, statt zwei, ist das Ergebnis negativ. 190 Schüler des MGM haben sich am Montag selbst auf Corona getestet; am Donnerstag, beim zweiten Mal, ist es schon ein wenig mehr Routine.

Während bei den Lehrern die Impfungen anlaufen, die offenbar gut angenommen werden, und sie bereits die Möglichkeit haben, sich testen zu lassen, gab es für die Mehrzahl der Anwesenden im MGM diese Möglichkeit nicht, sagt Schulleiter Andreas Gorgas. Die Schule wollte nicht länger auf die Politik warten, und so können nun auch die Schüler kostenlos zweimal wöchentlich in der Schule einen Schnelltest machen, in Eigenregie, mittels Selbst-Tests.

Auch Ängste sollen durch die Tests abgebaut werden

Dazu wurden zwei Räume so hergerichtet, dass maximal 20 Schüler mit dem nötigen Abstand darin Platz finden. Schüler des Schulsanitätsdiensts leiten ihre Mitschüler an. Durch die regelmäßigen Testungen soll ein Infizierter schnell erkannt und so verhindert werden, dass sich andere anstecken. Auch Ängste sollen so abgebaut werden.

Würde ein Schüler positiv getestet, werden die Eltern verständigt, um ihn abzuholen, das Testergebnis soll dann mit einem PCR-Test überprüft, weitere Kontakte erfragt werden. Bislang wurde noch niemand positiv getestet.

Vorbild für das Vorgehen ist die Geschwister-Scholl-Schule in Tübingen. Sie bietet bereits seit der Woche vor den Herbstferien Schnelltests für alle an, die sich in der Schule befinden, ist auf der Homepage zu lesen. Und sie hat ein Video mit Selbst-Test-Anleitung produziert. Es läuft auch vor der Testung im MGM.

Die Schule ist überzeugt von diesem Weg, weil er viele Tests in kurzer Zeit möglich mache, sagt Direktor Gorgas. Und je mehr getestet werde, desto mehr Sicherheit gebe es. Auch die Elternseite äußert sich positiv: "Wir sind froh, dass die Schule so viel tut für die Schüler und damit auch für die Sicherheit der Eltern", sagt Sandra Hougen, stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende.

Schüler entscheiden freiwillig, ob sie sich testen wollen

Ob sie sich testen wollen, das entscheiden die Schüler selbst. Wer sich bereit erklärte, brachte eine unterschriebene Einverständniserklärung mit, etwa 85 Prozent haben das gemacht, sagt der Schulleiter. Sie finde die Testungen richtig und wichtig, sagt Sophie Hummelsiep, während die Elftklässlerin auf das Ergebnis ihres Selbst-Tests wartet. Auch, um mit mehr Sicherheit in die Schule gehen zu können. "Es ist eine Chance, die eigentlich jeder nutzen sollte, wir haben alle eine Verantwortung zu tragen", ergänzt neben ihr Alina Binder. "Und wir wollen auch, dass die Schule weitergeht", sagt Mariella Misquial am Tisch dahinter.

Doch die Tests sind teuer. Sechs bis acht Euro kostet einer, hochgerechnet kommt die Schule allein für März auf rund 10 000 Euro. Unter anderem hilft der Förderverein. Für April reicht das Geld aber nicht mehr. Wie die Testungen dann finanziert werden sollen, weiß der Schulleiter noch nicht. Gorgas hofft darauf, dass man Schüler ebenso behandelt wie Lehrkräfte und Tests für alle ermöglicht. Würde das Land sie zudem zentral beschaffen, könnte man die Kosten senken. Als einzelne Schule seien die Testungen auf Dauer nicht leistbar. "Aber wir machen es so lange, wie es geht."

Auch mit jüngeren Kindern sei dieses Vorgehen möglich und mit ein wenig mehr Routine künftig auch direkt in den Klassenzimmern, sagt Schulleiter Gorgas mit Blick darauf, dass irgendwann mehr oder alle Klassenstufen in die Schule kommen. Denn zurzeit sind nur die Elft- und Zwölfklässler im Präsenzunterricht; sind alle da, befinden sich rund 1000 Personen pro Tag im Schulgebäude.