Wochen gegen Rassismus

MARKTGEFLÜSTER: Seriöse Narren setzen Zeichen

Peter Gerigk

Von Peter Gerigk

Fr, 14. Februar 2020

Lörrach

Der Musiktitel "Ein bisschen Spaß muss sein", trug wesentlich zum Bekanntheitsgrad des Sängers Roberto Blancos bei. Das wäre auch mal eine Melodie für die Zunftabende – falls sie dort nicht schon längst einmal verwendet wurde. Die Narrenzunft Lörrach denkt bei aller Spielfreude aber nicht ausschließlich an Spaß und Schabernack. Sie übernimmt auch gesellschaftliche Verantwortung. Im Programmheft, das es an den Zunftabenden gibt, wirbt sie unter dem Logo "Kulturstadt Lörrach" ganzseitig für die Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 16. bis 29. März. Die Zunft macht sich damit alle Ehre. Sie ist ja auch sonst nicht gerade für Sprachlosigkeit bekannt, und so stellt sie wortgewandt dar, was es bedeutet, wenn sie sich als "bunt" bezeichnet. Sie wendet sich nicht nur gegen Rassismus, sondern gegen jegliche Form von Respektlosigkeit. Sie plädiert für Toleranz, Weltoffenheit, Empathie, Menschenwürde und vor allem Menschenverstand. Wenn diese Regeln nicht eingehalten werden, ist für sie auch an der Fasnacht der Spaß vorbei. Bei aller Liebhaberei zur Narretei betont die Zunft, nicht auf Clownerien reduziert werden zu wollen. "Mir trage schwarzi Azüg, mir si nämlig seriös", heißt es auf dieser Seite des Hefts. Auch Michael Lindemer von der befreundeten Narrengilde blies mit seinen Grußworten ins selbe Horn, als er politisch Extreme in der Politik – von linker wie rechter Seite – kritisierte. Das ist kein Spaß, dieser Stellungnahmen machen aber Freude. Denn sie zeigen, dass die Narren ihren Weltblick nicht nur oberflächlich einer Pointe wegen schärfen – was wiederum ihren Späßen noch mehr Pfiff verleiht.