Frühlingsempfang

MARKTPLATZ 11: Gelebte Solidarität

Michael Sträter

Von Michael Sträter

Mo, 09. Mai 2022

Marktplatz 11

Wie häufig war in den vergangenen Monaten von einer Spaltung der Gesellschaft die Rede, schien sie in zwei Lager, die der Impfwilligen und die der Impfunwilligen zu zerfallen. Während dieses Thema die öffentliche Diskussion bestimmte, bewies die große Mehrheit der im Landkreis Emmendingen lebenden Menschen aber eine starke, nicht versiegende Solidarität – leider zu oft im Verborgenen. Eine Solidarität, die auch heute noch ganz praktisch gelebt wird. Mit diesem guten Gefühl konnten die Gäste des Frühlingsempfangs, der ein verspäteter Neujahrsempfang war, nach der Veranstaltung nach Hause gehen. Trotz Corona funktionierte "Z’Ämmendinge", es gab Kundgebungen nach dem Einmarsch der Russen in der Ukraine, Spendenaktionen für Geflüchtete, Privatwohnungen werden als Unterkünfte angeboten, zahlreiche Beispiele führte Oberbürgermeister Stefan Schlatterer auf. Gesellschaftliche Solidarität wurde auch durch die Ehrungen für Ulrich Hofmaier und Marianne Wonnay gewürdigt. Und sie wurde greifbar, als die Ukrainerin Evgenia Sinitskaya ihre doppelte Kriegsflucht schilderte. Vor acht Jahren floh sie erstmals vor russischen Attacken aus dem Donbass, vor zwei Monaten aus Charkiw nach Emmendingen. Vor allem für die ihr gegenüber gezeigte Solidarität bedankte sie sich vielmals. Ein starker Appell also, der von diesem Frühlingsempfang ausging. Dass nämlich die Menschen trotz zunehmender Krisenerfahrung gewillt sind, füreinander einzutreten.