Kommentar

Warten auf Lockerung wird weiter zum Geduldspiel

Michael Sträter

Von Michael Sträter

Mo, 22. Februar 2021 um 10:00 Uhr

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Lauter werden die Forderungen der Gewerbetreibenden, den Lockdown zu beenden. Wird das Infektionsgeschehen durch die Virusmutationen dies möglich machen?

Geduld bewahren statt vehement Lockerungen fordern, so appellierte Ministerpräsident Winfried Kretschmann in der vergangenen Woche angesichts sinkender Inzidenzwerte. Doch das mit der Geduld ist so eine Sache, wenn Öffnungsperspektiven ein um das andere Mal nach hinten verschoben werden. Die Forderungen des hiesigen Gewerbes nach Lockerungen sind nicht allein eine Frage der Ungeduld.

Sie sind Ausdruck wirtschaftlicher Nöte. Hervorgerufen durch die ausbleibenden Umsätze in den Lockdowns. Aber teilweise auch, weil versprochene Zuschüsse, die abfedern sollten, ausbleiben oder nur schleppend ankommen. Entsprechend wollen die Emmendinger Gewerbetreibenden mit einer Kundgebung auf ihre Situation aufmerksam machen. Auch mit dem Hinweis, dass nur ein lebendiger Handel die Innenstadt lebendig hält – was an den Markttagen aktuell exemplarisch sichtbar wird. Dann ist was los in der Innenstadt. Auch die Bürger warten ungeduldig darauf, wieder bummeln, ein Eis schlotzen oder einen Plausch mit einem Bekannten halten zu können. Doch kann das Geduldspiel noch verlängert werden, steigt die Zahl der an Corona Infizierten nun wieder spürbar an. Bleibt abzuwarten, ob es kurzzeitige Ausreißer nach oben sind oder ein Trend durch die wesentlich ansteckenderen Virusmutationen, die seit vier Wochen auch im Landkreis nachgewiesen werden.