69. Vierschanzentournee

Markus Eisenbichler Dritter in Garmisch-Partenkirchen, russischer Skispringer positiv auf Corona getestet

Andreas Strepenick

Von Andreas Strepenick

Do, 31. Dezember 2020 um 15:53 Uhr

Skispringen

Markus Eisenbichler schafft es bei der Qualifikation zum Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen auf Platz drei, Karl Geiger wird Fünfter. Ein Russe wird positiv auf Corona getestet.

Vier Tage nach den Weitenjägern aus Polen sieht sich nun die Mannschaft aus Russland mit einem positiven Testergebnis konfrontiert. Wie das Organisationskomitee der 69. Vierschanzentournee am Donnerstagnachmittag mitteilte, sei ein Skispringer im Rahmen der Routinetests beim Transfer nach Garmisch-Partenkirchen am Mittwoch positiv auf Covid-19 getestet worden. "Der betroffene Athlet befindet sich in Quarantäne", hieß es. Zusätzlich seien drei weitere Mitglieder des russischen Teams, darunter noch ein zweiter Athlet, als Kontaktpersonen der Kategorie 1 eingestuft und ebenfalls unter Quarantäne gestellt worden.

Zwei russische Skispringer in Quarantäne

Nach Informationen von ARD und http://www.skispringen.com handelt es sich bei dem positiv getesteten Skispringer um Danil Sadreev, er sei nun zusammen mit Ilya Mankov isoliert worden. "Wir stehen in ständigem Kontakt mit dem Gesundheitsamt Garmisch-Partenkirchen und haben die Entscheidung gemeinsam abgestimmt", sagte Martin Fleckenstein, Chef des medizinischen Komitees für das Neujahrsspringen.

Erst am vergangenen Sonntag, also vier Tage zuvor, hatte ein PCR-Test beim polnischen Skispringer Klemens Muranka in Oberstdorf angeschlagen. Er war aber möglicherweise falsch-positiv. Mehrere Nachtests bei ihm selbst und bei allen anderen Mitgliedern des Teams aus Polen waren jedenfalls unauffällig geblieben.

Nachdem die Organisatoren der Tournee die ganze Mannschaft zunächst für das Auftaktspringen gesperrt hatten, erteilten sie knapp 24 Stunden später in Absprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt daher doch noch die Freigabe. Den Top-Springern um Kamil Stoch, Titelverteidiger Dawid Kubacki und Piotr Zyla gingen dadurch zwar mehrere Trainingssprünge verloren. Doch zumindest Stoch, Tournee-Sieger 2016 und 2018, steckte das problemlos weg und flog am Oberstdorfer Schattenberg auf Platz zwei.

"Ich habe ein Gefühl für die Schanze entwickelt." Karl Geiger
Nur einer, der Oberstdorfer Karl Geiger, war am Dienstag besser gewesen, und er führt vor dem zweiten Wettkampf an Neujahr (14 Uhr/ARD und Eurosport) natürlich auch in der Gesamtwertung. Die Qualifikation auf der Olympiaschanze des SC Partenkirchen stellte natürlich kein Problem dar für den 27-Jährigen. Mit 132 Metern landete er auf Platz fünf.

Die Olympiaschanze des SC Partenkirchen liegt Geiger sehr. Vor einem Jahr hatte er dort die Qualifikation gewonnen und es am ersten Tag des Jahres 2020 dann auf Platz zwei geschafft. "Ich bin sehr zufrieden", sagte Geiger. "Ich habe ein Gefühl für die Schanze entwickelt."

Markus Eisenbichler schon wieder in Top-Form

Markus Eisenbichler, der zweite deutsche Top-Starter vom TSV Siegsdorf, steigerte sich nach eher durchwachsenen Trainingssprüngen trotz einsetzenden Rückenwindes auf 135,5 Meter und Rang drei. "Markus hat nach wie vor alle Chancen", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher aus Titisee-Neustadt mit Blick auf die Gesamtwertung. Das gilt umso mehr, als der hoch gehandelte Norweger Marius Lindvik am Donnerstag alle Tournee-Chancen einbüßte.

Wegen starker Zahnschmerzen musste Lindvik die Qualifikation auf der Olympiaschanze absagen, er darf also auch an Neujahr nicht antreten. Damit verliert der 22-Jährige Gesamtrang drei und der bisherige Fünfte Eisenbichler rückt auf Rang vier vor. Lindvik reiste ins österreichische Innsbruck, am 3. Januar Tournee-Station Nummer drei, um sich dort in zahnmedizinische Behandlung zu begeben. Besonders bitter: Vor einem Jahr hatte Lindvik in Garmisch-Partenkirchen gewonnen und es in der Gesamtwertung auf Platz zwei geschafft.

Der Slowene Anze Lanisek gewinnt die Qualifikation

Die Qualifikation gewann Anze Lanisek aus Slowenien mit 139 Metern vor dem Norweger Halvor Egner Granerud und Eisenbichler. Der Schwarzwälder David Siegel schaffte es mit 122 Metern und Platz 50 gerade so eben in den Wettkampf am 1. Januar. Der 24-Jährige aus Titisee-Neustadt profitierte davon, dass Marius Lindvik ausließ.

Der Schwarzwälder David Siegel wird 50.

Luca Roth, der zuletzt in Hinterzarten lebte und nun im Herbst nach ZDF-Angaben wegen seiner Ausbildung an der dortigen Bundespolizei-Sportschule nach Bad Endorf am Chiemsee gezogen sein soll, wurde mit 114 Metern 57. und Letzter. Garmisch-Partenkirchen wird für den 20-Jährigen vom SV Meßstetten daher auch schon wieder Endstation bei dieser Tournee sein.

Ob Siegel sich seinen heißen Wunsch erfüllen kann, "auch die beiden Wettkämpfe in Österreich springen zu dürfen", kann nach den Vorleistungen ebenfalls nicht als wahrscheinlich gelten. Wenn an Neujahr nicht ein sportliches Wunder geschieht, kehrt der 24-Jährige wie Roth aller Voraussicht nach in den zweitklassigen Continentalcup zurück. Insgesamt qualifizierten sich neun der zwölf Starter des Deutschen Ski-Verbands für den Neujahrswettkampf. "Eine super Quali", fand Chefcoach Horngacher.