Mobbing

Mehr als nur ein paar dunkle Momente

Phil Rönsch, Blagost Kostova, Olivia Vetter

Von Phil Rönsch, Blagost Kostova & Olivia Vetter

Mi, 13. Mai 2020 um 11:17 Uhr

Schülertexte

Gerade an Schulen kommt es immer wieder zu Mobbing. Blagost Kostova, Phil Rönsch und Olivia Vetter, Schüler der Klasse 8c des Kreisgymnasiums in Bad Krozingen, haben darüber geschrieben.

Mobbing ist an deutschen Schulen präsenter, als man denkt: Eine Studie der Bertelsmann Stiftung ergab, dass sich 25 Prozent der Schüler zwischen 8 und 14 Jahren in der Schule nicht sicher fühlen. Überraschenderweise ist der Anteil der Kinder, die im vorangehenden Monat eine Form von Mobbing erlebt haben, in der Grundschule höher als an den weiterführenden Schulen. 30 Prozent der Grundschüler gaben an, betroffen zu sein. Bei den älteren Schülern sind es nur noch 20 Prozent, und bei den Gymnasiasten sind es gerade einmal zehn Prozent. Im Allgemeinen werden Mädchen und Kinder aus armen Familien eher zum Opfer für Mobber.

Mobbing kann dabei sehr unterschiedliche Formen annehmen. Die wohl häufigsten Formen sind körperliches Mobbing, bei dem das Opfer geschlagen und getreten wird, sowie verbales Mobbing, wobei das Opfer mit Sprüchen und Gerüchten beleidigt wird. Wenn die Person über das Internet gemobbt wird, nennt man das Cybermobbing. Ebenfalls nicht selten treten sexuelles Mobbing und Erpressung auf.

Alle Formen von Mobbing können drastische Folgen nach sich ziehen. Das kann von Schlafstörungen und Alpträumen bis hin zu Selbstmordgedanken und tatsächlichem Selbstmord reichen. Man geht davon aus, dass 20 Prozent der Selbstmorde aufgrund von Mobbing begangen werden. Besonders schlimm sind die Folgen bei Mobbing während der Schulzeit, da die Schüler sich in diesem Alter in der Entwicklungs- und Umbruchphase befinden.

Diese Schüler haben es in ihrem späteren Leben schwer, Beziehungen und Vertrauen zu anderen aufzubauen und zu pflegen, da die Erinnerungen für immer bleiben. Selbst viele Jahre später sind viele Mobbingopfer von Trauerphasen geplagt, auch wenn sie mittlerweile gute Freunde gefunden haben. Es fällt ihnen schwer, die dunklen Momente zu vergessen oder sich ihnen zu stellen. Manche Opfer können durch das Mobbing aber auch ihre Psyche stärken, was Mobbing aber keinesfalls rechtfertigt.

Die beste Maßnahme gegen Mobbing ist, selbst nicht zu mobben. Wenn man von einem Mobbingfall mitbekommt, sollte man nicht zögern, sondern direkt eingreifen. Kinder sollten Erwachsene um Hilfe bitten. Es bringt nichts, dem Opfer hinterher gut zuzureden oder Sätze zu sagen wie "Das war doch nur Spaß!" oder "Hab dich nicht so!". Opfer sollten sich auf jeden Fall Hilfe holen. Die mobbende Person sollte darüber nachdenken, warum sie mobbt. Oft neigt jemand zu Mobbing, der neidisch oder mit sich selbst nicht im Reinen ist.