Kirchenmusik

Mehr Anerkennung für die Arbeit der Chorleiter wäre ganz heilsam

Volker Hummel

Von Volker Hummel (Freiburg)

Di, 14. Juli 2020

Leserbriefe

Als nun schon seit Monaten unbeschäftigter Sänger eines katholischen Kirchenchors freue ich mich außerordentlich über den von Johannes Adam berichteten Protest der Bezirkskantoren gegen die Handhabung der Corona-Hygieneregeln durch die Kirchenobrigkeit der Erzdiözese. Ich spreche bewusst von der Kirchenobrigkeit, denn mein Eindruck ist, dass zumindest in der Kirchengemeinde, zu der unser Chor gehört, an der Gemeindebasis nach Kräften versucht wird, einen "Restgesang" zu ermöglichen.

Dennoch fürchten auch wir die im Artikel benannte Erosion in der Chorarbeit. Zu den Gründen hierfür möchte ich neben den im Artikel aufgeführten Ursachen einen Aspekt hinzufügen: die eklatante Missachtung der wertvollen Arbeit vieler Chorleiter, oft über viele Jahre, ja Jahrzehnte hinweg, die darin zum Ausdruck kommt, dass die Einstellung der Bezahlung an Honorarkräfte kommentarlos verfügt wurde – kein Wort der Erklärung, keine Geste des Dankes für geleistete Arbeit, kein Wort des Bedauerns von offizieller Stelle. Das ist mehr als schlechter Stil und macht nicht nur die direkt Betroffenen wütend, sondern frustriert auch uns Sängerinnen und Sänger, die wir ja mit großem Engagement unserer Sangesfreude frönen.

Mehr Anerkennung gegenüber der Arbeit von Chorleiterinnen und Chorleitern und ihrer Chöre durch die Kirchenverantwortlichen, die über diese Dinge entscheiden, wäre würdig und recht gewesen, vielleicht nicht ganz so billig – aber dafür heilsam. Volker Hummel, Freiburg