"Mehr Innovation bei Gestaltung der Gemeinde"

Andrea Steinhart

Von Andrea Steinhart

Do, 22. Oktober 2020

Gundelfingen

BZ-INTERVIEW mit Sabine Sané, die neues SPD-Mitglied im Gundelfinger Rat ist – als Nachrückerin für Daniel Raja De.

. Von den Zuschauerbänken ans Ratsrund: Am heutigen Donnerstag wird Sabine Sané für den Gundelfinger Gemeinderat verpflichtet. Sie rückt als Ersatz für den Gemeinderat Daniel Raja De nach, der den Gundelfinger Rat nach 17 Monaten wieder verlässt. Wie sie sich im Gemeinderat für die Bürger einsetzen möchte, erzählte Sané Andrea Steinhart.

BZ: Frau Sané, Sie sitzen nun für die SPD im Gundelfinger Gemeinderat. Wofür werden Sie sich besonders einsetzen?

Sané: Für die nachhaltige Entwicklung Gundelfingens, die mir sehr wichtig ist. Dabei wird es um die Frage gehen, wie wir in der Gemeinde eine Balance zwischen Umweltschutz, sozialer Gerechtigkeit und Wirtschaftlichkeit erreichen können. Einer meiner Schwerpunkte wird es sein, zu schauen, wie Klimawandel und Biodiversitätsverlust entgegengewirkt werden kann, ohne dass Umweltschutz zum Privileg derer wird, die es sich finanziell und zeitlich leisten können. Insgesamt bin ich also sehr daran interessiert, am Klimaschutzkonzept der Gemeinde mitzuwirken. Wichtig ist dabei auch die Bildungsarbeit. Ich stehe für eine inklusive Gemeinde, die nicht ausschließt, sondern integriert und beteiligt.



BZ: Was könnte Ihrer Meinung nach in Gundelfingen besser laufen?

Sané: Vieles läuft gut. Ich finde, dass sich die Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde insgesamt sehr gut der auferlegten Coronaverordnung angepasst haben und versuchten, aus der Situation das Beste zu machen. Das zeugt von einem guten Solidaritätsgefühl. Aber insgesamt würde ich mir mehr Innovation in der Gestaltung der Gemeinde wünschen. So kann noch einiges mehr für Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit – etwa bezahlbares Wohnen – und den Ausbau von Grundschule und Hort gemacht werden. Die Kommunikation zur Entwicklung der Ganztagsschule ist nicht optimal gelaufen. Auch dass immer weniger Züge in Gundelfingen halten und sich dadurch insgesamt in Zeiten des Klimawandels der ÖPNV verschlechtert statt verbessert, ist ein Unding. Ich finde mehr Transparenz, eine bessere Kommunikation und mehr Bürgerbeteiligung in der Gemeindegestaltung wichtig.



BZ: Wie können Sie mit Ihren persönlichen Stärken helfen, dass sich Gundelfingen weiterentwickelt?

Sané: Meine Fachkenntnisse liegen im Bereich der Umwelt- und Nachhaltigkeitswissenschaften. Das ist ein sehr breiter Begriff, aber beinhaltet auch ein breites Spektrum von ökologischen Kenntnissen über Umweltgerechtigkeit zu erneuerbaren Energien. Des Weiteren bin ich als Hochschuldozentin in der Darstellung und Kommunikation komplexer Probleme geübt. Meine persönlichen Stärken liegen in meiner Eingebundenheit in der Gemeinde über verschiedene Generationen. Somit habe ich direkten Kontakt zu den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen, älteren Bürgern und denen mittendrin. Zudem bin ich kommunikationsfreudig, was bestimmt vorteilhaft ist, um die Interessen von Bürgern zu vertreten.



BZ: Zum Schluss: Waren Sie überrascht von der Nachnominierung?

Sané: Damit muss man auf dem Nachrückplatz immer rechnen.

Sabine Sané ist Dozentin und Koordinatorin für Umwelt- und Nachhaltigkeitswissenschaften an der Universität Freiburg. Sie ist in Gundelfingen aufgewachsen und wohnt seit zwölf Jahren wieder in der Gemeinde. Die 40-Jährige ist Mutter zweier Kinder.