Mehr Publikum zulassen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 16. September 2020

Klassik

Orchestervereinigung fordert Gleichbehandlung.

Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) hat die Ministerpräsidenten von 13 Bundesländern aufgefordert, durch Anpassung das Verantwortbare zu ermöglichen und angemessenere Publikumszahlen für Konzerte, Theater und Veranstaltungen zuzulassen. DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens sagte, es dränge sich "der Eindruck auf, dass gerade Kulturveranstaltungen bei der Zulassung von Publikum besonders restriktiv behandelt werden, obwohl hierfür objektiv keine Veranlassung besteht. NRW lässt bis zu 1000 Besucher in geschlossenen Räumen zu, in Rheinland-Pfalz und Berlin können nunmehr in Konzertsälen und Theatern 50 bis 60 Prozent der vorhandenen Saalkapazität belegt werden". Bayern lasse dagegen nur 200 Besucher zu. Das erscheine weder nachvollziehbar noch verhältnismäßig.

Mertens weiter: "Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen, die im Konzert- und Veranstaltungsbetrieb möglich sind, machen es für viele Menschen immer schwerer nachvollziehbar, warum in der Deutschen Bahn oder im öffentlichen Personennahverkehr – ohne dass eine personalisierte Nachverfolgungsmöglichkeit einzelner Fahrgäste besteht – bis zu 100 Prozent Kapazitätsauslastung gefahrlos möglich sein soll, aber mindestens rund 50 Prozent Auslastung im Konzertsaal oder Theater nicht." Öffentliche und private Veranstalter benötigten Planungssicherheit für Besucherkapazitäten und Vorverkauf. Ansonsten drohe zahlreichen privaten Veranstaltern das Aus, freischaffenden Musikern der Berufswechsel und öffentlich finanzierten Veranstaltern ein gravierender Einnahme- und Akzeptanzverlust.