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Hilft Knoblauch gegen Zecken?

Thomas Goebel

Von Thomas Goebel

So, 28. Juni 2020 um 14:41 Uhr

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Zecken reagieren auf die Gerüche mancher Menschen stärker als auf die anderer. Kaut man eine Knoblauchzehe macht einen das kurzzeitig unattraktiv für Zecken, sagt eine Professorin für Parasitologie.

Die in Deutschland häufigste Zecke heißt Gemeiner Holzbock und ist blind. Will sie einen Menschen stechen, "muss sie ihn chemisch über Gerüche wahrnehmen", sagt Ute Mackenstedt, Professorin für Parasitologie an der Uni Hohenheim: "Haucht man eine Zecke an, hebt sie ihr erstes Beinpaar hoch."

Denn dort sitzt ein spezielles Sinnesorgan, Hallersches Organ genannt, mit dem sie sowohl ausgeatmetes Kohlendioxid als auch Hautgerüche wie Schweiß wahrnehmen und sich in Richtung ihres Opfers orientieren kann. Es sei bekannt, dass Zecken auf die Gerüche mancher Menschen stärker reagieren als auf die anderer.
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Esse man viel Knoblauch, könnte das einen Menschen vielleicht kurzzeitig unattraktiver für Zecken machen, sagt Mackenstedt. "Aber ein sicherer Schutz ist es sicherlich nicht." Zumal es weitere Zeckenarten gibt. So seien in den letzten Jahren Hyalomma-Zecken beobachtet worden, die aus wärmeren Gegenden stammen und wohl von Zugvögeln mitgebracht wurden. Sie lauern nicht im Gras wie der Gemeine Holzbock, sondern sind sogenannte Jagdzecken – mit Augen.
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