Flächenverbrauch

Auf Parkflächen Wohnraum schaffen

Eva-Maria Müller

Von Eva-Maria Müller (Freiburg)

Fr, 15. März 2019

Leserbriefe

Zu: "Wie viel Wachstum muss sein?", Beitrag von Jens Schmitz (Wirtschaft, 19. Februar)

Im Artikel gut herausgearbeitet ist der zunehmende Flächenverbrauch für Wohnungsbau, Verkehr und Gewerbe, der immer zu Lasten der Landwirtschaft geht. Doch am Ende wird der Leser ratlos zurückgelassen mit der Frage, ob der Zuzug selbst das Problem sei.

Was wir wirklich brauchen, ist eine Zusammenarbeit aller Kräfte, die den Begriff Nachhaltigkeit als eine Einheit verstehen und nicht in eine ökologische und soziale Komponente zerteilen, wie der Freiburger OB Martin Horn es anlässlich des Bürgerentscheides getan hat. Dann finden sich auch in Freiburg Lösungen zum Flächenverbrauch wie zum Beispiel im Industriegebiet Nord, auch Green Industry Park genannt. Wo man hinschaut, finden sich XXXL-Parkplätze. Warum tun sich einzelne Unternehmen nicht zusammen und bauen endlich Green Garages, also begrünte mehrstöckige Hochgaragen?

Dort, wo 12 000 Menschen täglich arbeiten, sollte ein vernünftiger Stadtbahnverkehr die Menschen zur Arbeit transportieren – ohne nochmaliges Umsteigen auf einen Bus. Dann würden riesige Parkplätze frei werden, alle in der Größe eines Kinderzimmers von zwölf Quadratmetern. Stellen wir uns vor, dass auf diesen Flächen sechs- bis achtstöckige Gebäude erstellt werden könnten, so wird einem schnell klar, wie sorglos wir immer noch mit Fläche umgehen.

Wohnen im Industriegebiet – das geht doch gar nicht, höre ich den Amtsschimmel schon wiehern. Warum sollte man nicht mehr Bereiche als Sonderbauflächen oder Mischgebiete ausweisen? Springen wir über den eigenen Schatten und transformieren wir unsere Gewerbegebiete wirklich zu Green Industrie Parks. Eva-Maria Müller, Freiburg