CO2-Steuer

Bitte keine Ausnahmen für niemanden

Matthias Seelmann-Eggebert

Von Matthias Seelmann-Eggebert (Au)

Mi, 15. Mai 2019

Leserbriefe

Zu: "Kontroverse über CO2-Steuer", Beitrag von Christopher Ziedler (Politik, 30. April)

Als Gegenargument gegen eine CO2- Steuer wird immer wieder eine (scheinbare) soziale Unverträglichkeit genannt. Als ob die jetzigen Verhältnisse besonders sozial gerecht wären. Einerseits werden sämtliche Privatverbraucher mit etwa einem Drittel ihrer Stromrechnung durch Steuer und Umlagen vom Staat belastet, andererseits sind energieintensive Gewerbe und die Großindustrie weitgehend davon befreit?

Ja, eine weitere Energiesteuer muss nicht sein. Denn sie würde die hohen Strompreise weiter nach oben treiben. Fassen wir stattdessen doch Strom-, Heizgas- und Heizölsteuer zu einer einheitlichen Energiesteuer auf alle Energieträger zusammen und legen den Steuermessbetrag nach der Menge an CO2 fest, die bei der Verbrennung entsteht. Bereits mit einem Preis von 40 Euro pro Tonne CO2 wären die bisherigen Einnahmen des Staates aufkommensneutral abgedeckt und zudem auch noch die Umlagen für die erneuerbaren Energien gerecht auf alle Verbraucher verteilt. Insbesondere Haushalte mit geringem Einkommen würden bei diesem CO2-Preis entlastet, denn der sich so ergebende Anstieg von Heiz- und Benzinkosten würde durch eine entsprechend reduzierte Stromrechnung mehr als kompensiert. Also bitte keine Ausnahmen. Matthias Seelmann-Eggebert, Au