Nerze

Das eigentliche Problem ist nicht gelöst

Dorothee Jacobi

Von Dorothee Jacobi (Schopfheim)

Sa, 21. November 2020

Leserbriefe

Zu: "Mutiertes Virus bei Nerzen entdeckt", Beitrag von André Anwar und Agentur (Aus aller Welt, 7. November)

Nun also die Nerze. Auch wenn sich schnell gezeigt hat, dass das wohl für uns Menschen nicht gefährlich ist: Wieder geht die Virusgefahr von zweifelhafter Tierhaltung aus, wie vor einem Jahr vom Tierhandel. Wann werden wir verstehen, dass es darauf ankommt, unseren Umgang mit Tieren zu verändern?

Wir zerstören weiterhin ungebremst ihre Lebensräume und halten sie unter qualvollen Bedingungen. Ist Billigfleisch schon ein bedenklicher Zweck, so umso mehr die Haltung für reine Luxusartikel. Ich bin nicht vegan, noch lehne ich Maskentragen ab, aber ich wünsche mir vertieftere und vielseitigere Diskussionen darüber, was wir aus dieser Pandemie lernen könnten und was umgehend zu verändern wäre.

Das Befürworten von massiv ins soziale und kulturelle Leben eingreifenden Maßnahmen und eine fast gläubige Hoffnung auf einen Impfstoff dürfen uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir damit das eigentliche Problem nicht mal angehen, geschweige denn lösen. Das ist unser Umgang mit Tieren und natürlichen Lebensräumen. Solange wir daran nichts ändern, sind weitere Virusprobleme zu befürchten. Dorothee Jacobi, Schopfheim