Organspende

Die Verantwortung sollte beim Bürger verbleiben

Hans-Dietrich Heilmann, Freiburg

Von Hans-Dietrich Heilmann & Freiburg

Mo, 02. März 2020

Leserbriefe

Zu: "Keine Zeit mehr für solche Beiträge!", Zuschrift von Markus Beck (Forum, 6. Februar)
Nachdem in der öffentlichen Diskussion über die post-mortale Organentnahme bis zum Überdruss diskutiert worden ist, wann die Seele den toten Körper verlasse und wie es sich dabei mit der Menschenwürde verhalte, ist ein Aspekt der "Organspende" in den Hintergrund getreten: Es ist der Wert der freien Willensäußerung im Falle der Widerspruchslösung. Wenn jeder erwachsene Bürger einmal auf die Möglichkeit des Widerspruchs hingewiesen wurde und er sich dann für den Verzicht auf Widerspruch (der ja jederzeit korrigiert werden könnte) entscheidet, dann kann dies entweder Einverständnis mit der Organentnahme bedeuten oder Gleichgültigkeit der Frage gegenüber.

In beiden Fällen ist seiner Selbstbestimmung genüge getan, ist seine Menschenwürde gemäß § 1 GG nicht tangiert worden. Der Mensch darf nicht gezwungen werden, dass man ihn gegebenenfalls vor seiner eigenen Nachlässigkeit, seinen Willen kundzutun, gesetzlich schütze. Die Verantwortung dafür sollte bei jedem einzelnen Bürger verbleiben.