Ernährung

Es gibt keine andere Lösung als die drastische Reduzierung des derzeitigen Nutztierbestandes

Daniela Hohler

Von Daniela Hohler (Rheinfelden)

Sa, 16. November 2019

Leserbriefe

Zu: "Ernährung wird sich grundlegend ändern", BZ-Interview mit Nick Lin-Hi (Wirtschaft, 11. November)
Ernährung wird sich grundlegend ändern, so die Aussage eines Wirtschaftsethikers. Daran besteht kein Zweifel. Die Zeit der Ausbeutung von Tier und Umwelt muss ein Ende haben. Beispielhaft für den schändlichen Umgang mit sogenannten Nutztieren und die Verschwendung von Ressourcen ist der aktuelle Kälberpreis. Es ist eine Schande, dass ein Kalb gerade einmal so viel wert ist wie eine Schachtel Zigaretten.

Kälber sind der Überschuss der immer größer ausufernden Milchproduktion und werden regelrecht verramscht. Ohne Kalb keine Milch. Die Tatsache, dass eine Kuh jedes Jahr kalben muss, um den Milchfluss aufrecht zu halten, erklärt den enormen Kälberbestand. Und das Angebot bestimmt den Preis. Auch im Hinblick auf die Umwelt ist die Milchviehhaltung eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Jedes Rind produziert täglich mehrere hundert Liter Methan, eines der stärksten Treibhausgase. Dieses Gas wirkt etwa 25 mal stärker als CO2. Dazu kommt ein Wasserverbrauch von bis zu 40 Litern pro Tag und Kuh auf der Weide. Im Stall stehende Kühe trinken sogar bis zu 80 Liter am Tag. Das Nitratproblem auf den Feldern ist auch das Ergebnis der ausufernden Viehhaltung und belastet bekanntermaßen das Grundwasser.

In Zeiten der Klimaerwärmung und in Anbetracht dessen, dass Wasser ein kostbares Gut ist, gibt es keine andere Lösung als die drastische Reduzierung des Nutztierbestandes und ein Umstieg auf pflanzliche Lebensmittel – für die Tiere, für die Umwelt und nicht zuletzt für die eigene Gesundheit. Daniela Hohler, Rheinfelden