Merdingen rüstet Flutlichtanlage um

Mario Schöneberg

Von Mario Schöneberg

Fr, 30. September 2022

Merdingen

LED statt Quecksilberdampflampen: Gemeinderat unterstützt Allgemeinen Sportverein bei Modernisierung im Sportzentrum.

. Einstimmig sprach sich der Merdinger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung dafür aus, das vom Allgemeinen Sportverein (ASV) ausgerufene Leuchtturmprojekt zur Energiewende zu unterstützen. In einem ersten Schritt soll die Flutlichtanlage im kommenden Jahr auf LED umgestellt werden, im Anschluss möchte der Verein auch in eine moderne Heizungsanlage und in Sonnenstrom investieren.

Als Verein wolle man seinen Beitrag zur Energiewende leisten, mit dem nachhaltigen Leuchtturmprojekt im Dorf Vorbild sein und für die Einwohner auch Anregungen zum Energiesparen geben, erklärte Marco Wirth, Finanzvorstand des ASV, das Anliegen im Gemeinderat. Dem Verein gehe es darum, sich für die Zukunft fit zu machen und einen alternativen, sauberen, bezahlbaren und sicheren Weg zu finden, um Energie zu erzeugen und diese im Sportzentrum Kleinsteinen auch zu nutzen.

Auslöser für die Überlegungen der Vereinsverantwortlichen sei neben den steigenden Energiekosten auch das drängende Ersatzteil-Problem bei der Flutlichtanlage, die heute noch mit acht Quecksilberdampflampen betrieben werde, gewesen. Jede dieser Lampen habe eine Leistung von 2000 Watt und koste pro Stück rund 450 Euro. Etwa einmal im Jahr müsse eine der Lampen ausgetauscht werden, bald werde es aber keine dieser Leuchtmittel mehr geben, informierte Wirth. Zudem sei der jährliche Stromverbrauch mit rund 6500 Kilowattstunden deutlich zu hoch und heute nicht mehr zeitgemäß. Zudem sei eine Dimmung oder teilweise Beleuchtung des Kunstrasenplatzes aktuell nicht möglich. Wohl aber bei neuen LED-Strahlern, die eine deutlich längere Lebensdauer hätten und auch nur rund 1800 Kilowattstunden Strom pro Jahr bräuchten, so Wirth. Eine Berechnung durch eine Fachfirma habe ein Verbrauchs- und Wartungseinsparungspotential von mehr als 75 Prozent oder 1500 Euro im Jahr ergeben, wodurch sich auch der Kostenzuschuss der Gemeinde verringere. Zudem könnten rund die Hälfte der Investitionskosten, der Vereinskassierer rechnet mit rund 35 000 Euro für die Umrüstung, durch Fördermittel vom Bund und dem Badischen Sportbund beglichen werden. Danach könne sich die Investition schon nach zehn Jahren amortisieren.

Der Gemeinderat stimmte bei der Flutlichtanlage einer Kostenübernahme von einem Drittel der Kosten nach Abzug möglicher Bundesfördermittel, gedeckelt bei 15 000 Euro, einstimmig zu. Auch bei der neuen Heizung und der Photovoltaikanlage signalisierte das Gremium Unterstützung, hier wolle man aber die Kostenberechnungen abwarten. Weiterhin werde die Gemeinde die Bankbürgschaft für notwendige Kredite übernehmen.

Im Detail sei die Gasheizung von 1985 veraltet und damit auch sehr reparatur-anfällig, sie verbrauche im Jahresschnitt rund 35 000 Kilowattstunden, erläuterte Marco Wirth. Sie solle durch eine Wasser-Wärmepumpe ersetzt werden, auch hierfür gebe es Fördermittel, die Kosten lägen voraussichtlich bei rund 50 000 Euro.

Drittes Projekt ist dann noch eine Photovoltaikanlage auf dem Clubheimdach, die Strom hauptsächlich für den Eigenverbrauch produzieren soll. Hier rechnet der Vereinsvorstand mit Kosten von rund 35 000 Euro, zusätzlich könne man sich in naher Zukunft eine Investition in einen Stromspeicher vorstellen. Außerdem versprach Wirth, dass der Verein bei allen Projekten Eigenleistungen erbringen werde und vor Ort die Bauleitung übernehme. Das eingesparte Geld solle dann in den Sportbetrieb und in die Jugendarbeit fließen.