Wein

Neue Rebsorte am Tuniberg kreiert: roter Müller-Thurgau

Manfred Frietsch

Von Manfred Frietsch

Do, 28. Mai 2015 um 18:38 Uhr

Merdingen

Müller-Thurgau gibt’s nur aus weißen Trauben. Ja? Nein. In Merdingen haben Trauben durch eine Mutation rote Schalen bekommen – jetzt wird im Versuchsanbau "Merdinger roter Müller" kreiert.

Wird der Merdinger Bühl, die bekannte Weinbaulage am Tuniberg, zur Wiege einer neuen Rebsorte? Die Chancen stehen jedenfalls nicht schlecht, dass eine kleine Laune der Natur einmal als "Roter Müller" eine feste Größe im Weinbau werden wird. Und Christoph Süßle wird dann sagen können, bei der Geburtsstunde als Zeuge dabei gewesen zu sein.

Am Anfang waren es gerade mal zwei rote Trauben, die da an einem Trieb eines Rebstocks auf einem Rebstück im Gewann Lienental in der Sonne glänzten. Alle anderen Trauben dieser mit der Weißweinsorte Müller-Thurgau bepflanzten Anlage zeigten sich im gewohnten grüngelb. "Die beiden roten Trauben hingen am äußersten Trieb", erinnert sich Christoph Süßle an seine Entdeckung, die er damals, erst 13-jährig, an einem Spätsommertag des Jahres 1978 machte. Die Beeren, die eine Laune der Natur rot gefärbt hatte, schmeckten ansonsten wie ihre weißen Vettern.

Doch die Neugier war geweckt. Als es im darauf folgenden Winter ans Rebenschneiden ging, wurde der zuvor bewusst markierte Trieb, obwohl er ganz außen am vorjährigen Bogen gekommen war, stehen gelassen. "Wir haben ihn zurückgeneigt und als einen von zwei neuen Bögen für diesen Rebstock genommen", erinnert sich Süßle. Und siehe da: Im Jahrgang 1979 trugen die etwa sieben aus diesem Bogen gewachsenen neuen Triebe alle rote Trauben. Der andere Bogen des gleichen Rebstocks hingegen ...

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