Ungewöhnliche Initiative vor der Bundestagswahl

Mesa Parts fühlt Kandidaten mit Umfrage auf den Zahn

Nadine Klossek-Lais

Von Nadine Klossek-Lais

Mo, 20. September 2021 um 17:00 Uhr

Lenzkirch

Sollten Verbrennungsmotoren verboten werden? Wie wahrscheinlich wäre es, Atomkraftwerke weiter zu nutzen? Die Firma Mesa Parts hat den Bundestagskandidaten auf den Zahn gefühlt.

Erstmalig hat sich der Lenzkircher Automobilhersteller dazu entschieden, sich vor der Wahl an die möglichen Kandidaten mit einem eigens entwickelten Fragebogen zu wenden. Im Fokus standen dabei vor allem Klimaschutz-Maßnahmen.

24 Kandidaten wurden angeschrieben, 15 kamen der Bitte nach, Stellung zu beziehen. Darunter alle im Bundestag vertretenen Parteien – bis auf die AfD. Die wurde nicht gefragt. Warum? Geschäftsführer Julian Meyer zeigt diesbezüglich klare Kante: "Ich persönlich möchte mit der AfD keine politische Diskussion führen." Die Art und Weise, wie die Partei zu gewissen Themen Stellung beziehe, sei für ihn "indiskutabel". Auch kleinere Parteien, die nicht im Bundestag vertreten sind, habe man nicht angeschrieben – allerdings aus rein organisatorischen Gründen. "Irgendwo müssen wir ja die Grenze ziehen bei so vielen Kandidaten."

Dass Mesa Parts überhaupt auf die Idee kam, einen Fragebogen zu entwerfen, geht laut Meyer zurück auf ein Pressegespräch des Wirtschaftsverbands industrieller Unternehmen Baden, kurz WVIB. "Damals wurde mir eigentlich klar, wie viel in Sachen Klimaschutz propagiert wird, dass gar nicht durchdacht ist." Für ihn sei wichtig, Maßnahmen zu finden, die nicht nur schnelle Ergebnisse erzielen, sondern auch im Hinblick auf den "investierten Euro am meisten bringen".

Das Feedback der Angestellten sei gut. "Aus vielen Gesprächen weiß ich auch, dass sich unsere Mitarbeiter sehr mit den Themen beschäftigen – also was ist der richtige Weg für die zukünftige Mobilität, auch was die Antriebsarten angeht." Die Ergebnisse habe man für die Mitarbeiter auf die Firmenwebsite gestellt. Trotz des positiven Feedbacks spricht Meyer von einem "einmaligen Vorgehen". Doch klar ist für ihn: "Politik lebt vom Mitmachen, Meinungsbildung lebt von der Diskussion und hier müssen wir uns weiter alle entsprechend engagieren – sowohl Unternehmen als auch der einzelne Bürger."