Minus fällt geringer aus

Gerald Nill

Von Gerald Nill

Mi, 24. November 2021

Maulburg

Weniger Andrang bei Schülerbetreuung der Wiesentalschule.

(gn). Die Schülerbetreuung an der Wiesentalschule hat unter Corona gelitten. Das berichteten die AWO-Verantwortlichen Ina Pietschmann und Ursula Trefzer in der Gemeinderatssitzung. Der Gemeinderat nahm den Bericht zur Kenntnis. Ein schwacher Trost bleibe: Angesichts verminderter Betreuungsstunden und Schülerzahlen am Nachmittag fiel das erwartete Defizit um rund 10 000 Euro geringer aus und soll ins nächste Jahr übertragen werden.

Viele Angebote der Nachmittagsbetreuung an der Schule liefen unter dem Oberbegriff "soziales Lernen". Besonders an der Grundschule hätten sich die Schüler aber in der Corona-Zeit anderweitig orientiert und seien nicht mehr zu den Freizeitangeboten erschienen, bedauerte Pietschmann. An der Gemeinschaftsschule habe es immerhin mehr als 80 Schüler gegeben, die zum Mittagessen gekommen seien, über den Nachmittag blieben knapp 40. Auf Nachfrage der fraktionslosen Gemeinderätin Stephanie Scarr antwortete Pietschmann: "Vor der Pandemie war ein viel größerer Andrang. Da gibt es noch Luft nach oben." In der Nachmittagsbetreuung werde wegen der Infektionsgefahr nicht mehr gemeinsam gekocht oder gebacken. Aber Werken, Bewegung und Sport sei neben Natur im Wald und Technik weiterhin möglich, wie Leiterin Ursula Trefzer berichtete.

Pandemie bedeutete auch Kurzarbeit für die Mitarbeiterinnen, keine Elternbeitragseinnahmen und "sehr eingeschränkte Öffnungszeiten". Während die AWO-Betreuerinnen Unsicherheiten bei der Umsetzung der sich ständig verändernden Corona-Bedingungen zugaben, hätten die Kinder erstaunlich wenig Probleme damit.

An der Gemeinde bleibt nun ein Defizit von 34 800 Euro hängen, in den Haushalt eingeplant war aber ein Minus von 44 000 Euro. "Die 10 000 Euro brauchen wir im nächsten Jahr", schloss Pietschmann. Dem zu erwartende Mindestlohn von 12 Euro pro Stunde und Tarifsteigerungen sei dies geschuldet. Kurt Greiner wollte wissen, ob die Kommune zuständig sei, was Bürgermeister Multner bejahte. Fraktionschef Christof Schwald fragte nach: "Was bedeutet das Defizit?" Multner klärte auf: "Wir brauchen jedes Jahr Zuschüsse, weil die Landeszuschüsse und Elternbeiträge nicht reichen."