Lüdge / Bergisch Gladbach

Missbrauchsfälle könnten zusammenhängen – Ermittler glauben nicht an Zufall

KNA/dpa/BZ

Von KNA, dpa & BZ-Redaktion

Mi, 15. Januar 2020 um 07:24 Uhr

Panorama

Zwei der schlimmsten Missbrauchsfälle Deutschlands stehen wohl in einem Zusammenhang: Die Ermittler in Bergisch Gladbach sind auf eine Querverbindung zum Fall Lügde gestoßen.

Wie Sicherheitskreise am Dienstagabend bestätigten, prüfen die Behörden bereits seit längerem Verbindungen zwischen Verwandten des mutmaßlichen Täters von Bergisch Gladbach und dem Campingplatz in Lügde. In beiden Fällen geht es um Kinderpornografie und sexuellen Missbrauch. Die Ermittler halten es für unwahrscheinlich, dass es sich bei den Verbindungen um Zufälle handelt.

Familienmitglieder mit Verbindungen nach Lüdge

Wie zuvor mehrere Medien berichteten, hatte der Großvater des Verdächtigten in Bergisch Gladbach in den 80er und 90er Jahren einen Stellplatz im gut 200 Kilometer entfernten Lügde. Er sei selbst wegen Missbrauchs verurteilt worden.

Auch ein Cousin des Beschuldigten aus Bergisch Gladbach habe zwischen 2005 und 2009 in Lügde einen Campingwagen genutzt, berichtete der WDR. Diesen Wagen habe er dann offenbar einem der Haupttäter von Lügde, Andreas V., verkauft.

Tausendfacher Kindesmissbrauch

Die Missbrauchsserie von Lügde im Kreis Lippe war Ende Januar bekannt geworden. Auf einem Campingplatz in der ostwestfälischen Stadt war es zu tausendfachem Kindesmissbrauch gekommen. Die meisten der betroffenen Kinder waren zur Tatzeit zwischen drei und 14 Jahre alt. Andreas V. und sein Mittäter Mario S. wurden im September zu 13 und zwölf Jahren Haft verurteilt. Zudem ordnete das Gericht bei beiden eine anschließende Sicherungsverwahrung an.

Im Fall Bergisch Gladbach nahmen die Ermittlungen nach dem Fund großer Datenmengen im Oktober ihren Ausgang. Sie drehen sich um ein kriminelles Netzwerk, das sich über ganz Deutschland erstrecken soll. Die Ermittlungsgruppe "Berg" sucht in Chats und in Unmengen bei Verdächtigen beschlagnahmten Dateien nach Belegen für Kinderpornografie und sexuellen Missbrauch. Mehrere Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft.

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