Mit der Bebilderung uralte Stereotype bedient

Caroline Kries

Von Caroline Kries (Freiburg)

Sa, 04. Juli 2020

Leserbriefe

Zu: "Womit haben sie das verdient?", Beitrag von Michael Saurer (Wirtschaft, 23. Juni)
Als ich klein war, hatte ich einen Kinderarzt, an der Kasse des Supermarkts saß eine Frau, und es gab deutlich mehr Krankenschwestern als -pfleger. Das war vor 30 Jahren. Inzwischen hat sich glücklicherweise das Geschlechterverhältnis in jeweils vermeintlich typischen Berufen deutlich verschoben. Die Sprache hat durch die Einführung gendergerechter Bezeichnungen die Realität nachvollzogen oder sie geprägt. Kein Beruf soll mehr als typischer Beruf eines Geschlechts wahrgenommen werden, so das politische Ziel. Mich erschreckt, dass die BZ in oben genanntem (inhaltlich wichtigen) Artikel uralte Stereotype (der Arzt, die Kassiererin) bedient, die vor diesem Hintergrund fast antiquiert wirken. Im Jahr 2020 hätte ich mir mehr Mut zur Abbildung mal genau des jeweils anderen Geschlechts bei den Berufen gewünscht. Davon abgesehen, dass nicht mal die Parität bei den Fotos hergestellt ist. Nächstes Mal bitte aufpassen: Auch unsere Kinder gucken in die Zeitung. Caroline Kries, Freiburg