Jäger

Mit Drohne und Wäschekorb werden Rehkitze in Maulburg geschützt

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 01. Juni 2020 um 08:06 Uhr

Maulburg

Mit der Wärmebildkamera und aus der Luft können die Kitze in Wiesen aufgespürt werden, bevor sie von Mähwerken verletzt werden. Landwirte können sich bei den Jägern melden.

Wenn Landwirte Grünland mähen, bedeutet dies häufig Lebensgefahr für die Rehkitze, die noch ohne Fluchtreflex im Gras liegen. Im Jagdrevier Maulburg hatte Jagdpächter Werner Müller daher den 16-jährigen Drohnenpiloten Elias Spickermann gebeten, ihn bei der Rettung der scheuen Tiere zu unterstützen. Denn mit der Wärmebildkamera an der Drohne kann man die relativ kleinen Tiere aufspüren.

Das erste Kitz war bereits so fit, dass es vor den Einfangversuchen der Jäger Reißaus nahm. Mit ein wenig Glück konnte es dem Mähwerk entfliehen. "Im Alter von etwa zwei Wochen flüchten die Kitze bereits vor Beunruhigung und entgehen so auch ihren Fressfeinden", schreibt Jägerin Christine Spickermann.

Die Mutter holte sie wohlbehalten ab

Danach gerieten zwei Rehgeschwisterchen in den Fokus der Wärmebildkamera. Die Retter kamen und stülpten Wäschekörbe über sie und sicherten damit die Tiere. Der Landwirt kam nur wenige Minuten später und begann mit der Mahd, so dass die Kitze nicht zu lange unter den Körben ausharren mussten. Die Tiere wurden nach der Mahd am Waldrand abgelegt, ohne sie mit der Hand zu berühren. Ihre Mutter holte sie dort später wohlbehalten ab.

Für Drohnenpilot Elias Spickermann ist der ehrenamtliche Einsatz eine Herzensangelegenheit, für die er jetzt, im späten Frühjahr, eine Zeit mit viel Schlafentzug in Kauf nimmt. Die Flugdauer der Drohne und der Einsatz hängt von den vier Akkus ab.
Info: Derzeit sind im Wiesental zwei Drohnenpiloten zur Kitzrettung in Todtnau und Schopfheim im Einsatz. Bei Interesse Mail an: kitzrettung@nach-suche.de