Geldanlage

Auf die Kosten des Depots kommt es an

Karin Baur

Von Karin Baur

Sa, 06. August 2022 um 11:00 Uhr

Kolumnen (Sonstige)

Anleger sollten darauf achten, wie teuer ein Wertpapierdepot ist. Die Preisunterschiede sind groß.

Wenn es gut läuft, fällt es oft leichter, großzügig zu sein. Das ist in der Geldanlage nicht anders. Sind die Renditen zweistellig, sehen Anleger über hohe Kosten hinweg. Doch in Zeiten von Krieg, Inflation und Energiekrise ist mit den Aktieninvestments derzeit nicht viel zu holen. Umso ärgerlicher, wenn Kosten die Rendite weiter schmälern, Handels- und Depotkosten zum Beispiel. Banken kassieren zum einen für Kauf und Verkauf der Wertpapiere und zum anderen für deren Verwahrung im Depot. Für ein Depot im Umfang von beispielsweise 50 000 Euro können die Depotgebühren deutlich mehr als 100 Euro pro Jahr betragen. Oft sind es die Filialbanken, die zur Kasse bitten. Direktbanken und Onlinebroker bieten das Depot meistens kostenlos an. Auch die Kostenunterschiede bei Kauf und Verkauf von Aktien oder ETF sind zum Teil riesig: Bei einem Dutzend Orders pro Jahr können sie sich gar auf mehrere hundert Euro belaufen. Hier ist ebenfalls die Onlinevariante günstiger. Auch Filialbanken bieten neben den klassischen günstigere Onlinedepots an. Wer seinem Institut treu bleiben möchte, kann seine Aufträge künftig selbst per Internet aufgeben. Bei manchen Banken lässt sich so die Hälfte der Kosten einsparen. Nur wer seine Wertpapiergeschäfte über den Berater abwickeln will, muss in der Regel tiefer in die Tasche greifen. Günstig sind die Smartphonebroker, bei denen per Handy geordert werden kann. Sie verlangen nicht nur keine Depotgebühr, sondern bieten sogar ETF-Sparpläne oder Aktienkäufe oft kostenlos an.

Karin Baur ist Redakteurin für Geldanlage und Altersvorsorge bei der Stiftung Warentest. Internet:
http://www.test.de/depotkosten