Bildung

Mit Kindern sollte man frühzeitig über Sexualität reden

Martina Philipp

Von Martina Philipp

Fr, 14. Mai 2021 um 21:00 Uhr

Liebe & Familie

Wird ein Kind eines Tages beziehungsfähig sein? Wird es lieben können und einen unverkrampften Zugang zu Sexualität finden? Die Grundlagen dafür werden früh gelegt.

Fakt ist laut Tobias Clausnitzer vom Fachteam Sexuelle Bildung bei pro familia: "Eltern haben einen sehr großen Einfluss auf ihre Kinder und prägen sie für ihr ganzes Leben." Es spiele eine große Rolle, ob und wie sich Eltern gegenseitig berührten – und wie offen sie über Gefühle, Sexualität und eigene Grenzen sprächen.

Ein bisschen Entlastung kann Clausnitzer aber auch geben: "Die Eltern stehen nicht alleine da, auch andere Menschen haben Einfluss: Erzieherinnen und Erzieher, die Großeltern, Freunde, die Schule." Wenn Sexualität, Gefühle und Grenzen überall tabuisiert würden, steige die Gefahr für sexuellen Missbrauch. Denn die Tabus führten zu Sprachlosigkeit und Nicht-Wissen.

Schon beim Wickeln sollten Eltern deswegen benennen, was sie tun, damit Kinder wissen, was passiert. Etwa: "Ich mache Dich jetzt am Penis (oder an der Vulva) sauber." Dabei sollten sie Begriffe verwenden, bei denen sie sich wohlfühlten. "Wenn ein Kind keine Wörter für intime Körperteile kennt, wird es sehr schwer, diese zu benennen." Eltern können auch Vorbilder sein beim Gefühle benennen und darüber sprechen. Etwa: "Ich freue mich, dass du mich in den Arm nimmst."#