Mit Teamspirit zur Meisterschaft

Uwe Rogowski

Von Uwe Rogowski

Di, 10. März 2020

Basketball

Basketball-Landesligist TV Weil macht den letzten Schritt und kann für die Oberliga planen / "Starke Defense und viele Scorer im Team".

WEIL (uwo). Buchmacher hätten vermutlich schon länger keine Wetten mehr auf den Aufstieg des TV Weil angenommen. Hätte teuer werden können. Auch in der Weiler Mannschaft kam wahrscheinlich keiner mehr ernsthaft auf den Gedanken, dass noch etwas schiefgehen würde. Zu beeindruckend präsentiert sich der Tabellenführer seit einigen Monaten. Wohl auch deshalb gingen die Weiler Basketballer am frühen Sonntagabend nach außen hin gelassen mit dem Gewinn der Meisterschaft um, Teile der Mannschaft verteilten sich nach der Partie gegen den TV Freiburg-Herdern schnell in alle Richtungen, wobei die gewonnene Landesliga-Meisterschaft und die Oberliga-Rückkehr später doch noch mit ein paar Kaltgetränken begossen wurden, wie Spielertrainer André Grethler berichtet. Es gab allen Grund: Oberliga ist lange her. Es stand noch die Berliner Mauer, als die Weiler dort vertreten waren (1985/86).

Die ganz große Feier wird vermutlich beim nächsten Heimspiel nachgeholt, an einem arbeitnehmerfreundlichen Samstag, meinte Grethler, man müsse schließlich früh raus am Montag, sagte der graumelierte Routinier nach dem unspektakulären 75:64 (17:12, 20:16, 21:21, 17:15) gegen die Freiburger. Sie zeigten keine Glanzvorstellung, doch es wurde der zwölfte Sieg in Folge für das bislang nur zweimal bezwungene Meisterteam.

"Viele haben einen Leistungssprung gemacht", befand Grethler, so habe sich etwa Andreas Michel noch einmal weiterentwickelt, weg "vom reinen Scorer". Ein entscheidender Faktor sei aber Grethler zufolge wohl die Unausrechenbarkeit der Weiler Equipe gewesen, die vor der Saison mit einigen Akteuren des CVJM Lörrach, wie Alexey Nowak, aufgewertet wurde. Konnten die Gegner den TVW in der Vorsaison recht leicht entschlüsseln, "haben wir jetzt einen richtig breiten Kader, haben viele Scorer im Team", so sei es für die Konkurrenz schwierig, sich auf das Angriffsspiel der Weiler einzustellen. Mit Nowak (2./21,2 Punkte im Schnitt), Michel (7./15,5) und Murat Hacioglu (9./14,9) stellt der TVW drei der besten zehn Ligascorer. Mehr als 91 Punkte erzielt der Meister im Schnitt pro Spiel. Der stärkste Faktor sei aber "unsere Defense", so Grethler, "die gewinnt bekanntlich Meisterschaften". Hier zeigte sich bei den Weilern der gute Teamspirit, das Mannschaftsgefüge habe positiv auf das Zusammenspiel gewirkt, befand Grethler. "Jeder vertraut sich gegenseitig auf dem Feld."

Ob die Weiler in der kommenden Oberliga-Saison auf den CVJM Lörrach treffen werden, steht allerdings wieder etwas infrage. Das Team von Spielertrainer Matthias Blum erlebte einen perfekten Spieltag. Während die Lörracher gewannen, patzte die komplette Konkurrenz im Kampf um die Meisterschaft.

Der CVJM kam gegen den TV Rastatt-Rheinau zu einem 76:66 (15:22, 25:15, 21:17, 15:12)-Auswärtserfolg, es war der dritte Sieg in den letzten vier Spielen, und so haben die Lörracher bei zwei Punkten Rückstand wieder direkten Kontakt zu Platz eins. Vier Spiele sind es noch.