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Mjam, mjam, mjam

Sonja Zellmann
  • Sa, 20. Juni 2020
    Neues für Kinder

     

Pommes oder Gemüse? Ein Fotoprojekt darüber, was Kinder in verschiedenen Ländern essen.

Nur aus Malaysia und das, was sie in einer  Woche verputzt.  | Foto: Gregg Segal
Nur aus Malaysia und das, was sie in einer Woche verputzt. Foto: Gregg Segal
Was denkt ihr: Esst ihr genügend gesunde, frische Lebensmittel oder doch ein bisschen zu viel Schokolade und Chips? Der amerikanische Fotograf Gregg Segal wollte wissen, wie sich Kinder in unterschiedlichen Ländern ernähren und hat deshalb ein spannendes Fotoprojekt gemacht.

Zuvor war ihm aufgefallen, dass in seinem Heimatland, den USA, sehr viele Kinder und Jugendliche zu dick sind, weil sie unter anderem zu viele Hamburger und Donuts essen. Und da man das Essverhalten, das man sich in der Kindheit angewöhnt, später nur mit großer Anstrengung wieder ändern kann, hat sich Gregg Segal zum Ziel gesetzt, mit seinem Projekt Kinder und ihre Eltern auf das wichtige Thema gesunde Ernährung aufmerksam zu machen.

Doch was genau hat er nun eigentlich getan? Der Fotograf bat mehr als 50 Kinder und Jugendliche in verschiedenen Ländern der Welt darum, eine Woche lang genau aufzuschreiben, was sie essen. Darunter waren zum Beispiel Kinder aus Italien, Brasilien, Indien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, dem afrikanischen Land Senegal und den USA. Danach packte Gregg Segal seine Kameras ein und besuchte all diese Kinder. Er besorgte genau das Essen, das die Kinder und Jugendlichen in der einen Woche notiert hatten, die Jungs und Mädels legten sich auf einen Teppich oder einen anderen passenden Untergrund, und der Fotograf platzierte das Essen der ganzen Woche um sie herum. Schließlich fotografierte er das Ganze – und machte daraus ein Buch.

Auf den Bilder kann man nun auf einen Blick sehen, wie sich die Kinder ernähren. Das Mädchen auf dem großen Bild hier auf der Seite ist Nur Zahra Alya Babila Binti Mustakim. Als das Foto gemacht wurde, war Nur sieben Jahre alt. Sie lebt in Malaysia, also in Südostasien. Nur isst gerne Snacks wie Chips und Kekse. Was sie da in den Armen hält, ist eine Tüte mit Algenchips. Ihre Hauptspeisen sind typisch malaysisch. Es ist oft ein Curry mit Reis und Hühnchen, denn das ist Nurs Lieblingsgericht, wie sie Gregg Segal erzählt hat. Nur isst also sowohl gesunde Dinge, wie die frisch gekochten Currys, in denen oft auch Gemüse drin steckt, als auch ungesunde Fertigprodukte wie Chips oder die süßen Schokogetränke in der Mitte rechts.

Gregg Segal hat mit seinem Projekt herausgefunden, dass ärmere Kinder, zum Beispiel in Afrika oder Indien, häufig gesünder essen als reiche Kinder in denselben Ländern oder in reichen Ländern wie Deutschland. Denn dort, wo die ärmeren Kinder leben, gibt es kaum Fast Food und Fertigessen, oder sie können sich das nicht leisten. Daher essen sie, was um sie herum wächst – Gemüse, Nüsse, Getreide – oder schwimmt, nämlich Fisch. Wie die neunjährige Kawakanih Yawalypiti aus dem brasilianischen Regenwald. Bei ihr gibt es nur Früchte und Fisch. Isaiah Dedrick (16) aus den USA nimmt dagegen viele fettige Pizzen, Burger und Tacos zu sich. Doch Isaiah hat sein Foto zum Nachdenken gebracht: Er will jetzt auf Snacks verzichten.

Ressort: Neues für Kinder

  • Artikel im Layout der gedruckten BZ vom Sa, 20. Juni 2020: PDF-Version herunterladen

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