"Musik für den Frieden"

Bianca Flier

Von Bianca Flier

Fr, 17. Mai 2019

Müllheim

Ein Benefiz-Konzert des Rotary-Clubs in der Müllheimer Martinskirche widmete sich den deutsch-russischen Beziehungen.

MÜLLHEIM. Unter dem Motto "Musik für den Frieden" veranstaltete der Rotary-Club Müllheim-Badenweiler kürzlich ein Benefiz-Konzert in der Martinskirche zugunsten des Jugendprojektes Deutschland-Russland. Es musizierten junge Instrumentalisten aus Müllheim sowie die Musical-Company-LMG aus Grenzach-Wyhlen mit ihren Solisten, dem Chor und der Band unter der Leitung von Ulrike und Thomas Vogt.

Das Projekt entstand, wie es von den Veranstaltern heißt, "aus Sorge um die sich verschlechternden politischen Beziehungen" zwischen Deutschland und Russland. Durch interkulturelle Begegnungen zwischen jungen Musikern soll der Weg in eine friedliche Zukunft unterstützt werden. Austauschpartner der Musical-Company-LMG ist das Jugendtheater "Premier" im russischen Twer. Gemeinsam mit diesem Ensemble wird derzeit ein szenisches Konzertprojekt vorbereitet, das von den Rotary-Clubs Müllheim-Badenweiler und "Humboldt Moskau" unterstützt wird.

Das Konzertprogramm bot im ersten Teil einen Zyklus hervorragend gespielter Klaviersoli und kammermusikalischer Darbietungen. Der Vortrag von "The Quest", einer Komposition von David Hicken, bewegend interpretiert von Franka Kinle, machte den Auftakt. Es folgten "Unravel Acoustic" von Tokyo Ghoul OP, am Flügel besinnlich gestaltet von Elias Harder und "Light of the Seven" (Ramin Dhawadi) in einer mit Verve hingelegten Interpretation von Bjarne Wildfang. Einen weiteren exzellenten Klavierbeitrag stellte "Giochi d’Acqua" (Giovanni Allevi) dar, von Pia Kretschmann in hellen, silbern fließenden Klängen gespielt. "Navarra" op. 33 für zwei Violinen und Klavierbegleitung von Pablo de Sarasate wurde von den Geigerinnen Minami Dettweiler und Lea Erni sowie Fumi Dettweiler am Flügel mit virtuosem Duktus dargeboten.

Ein weiterer unterhaltsamer Beitrag war "Went Gipsy" von Sergei Orokhov, eine gefühlsselige und gleichzeitig temperamentvolle Darbietung von Andreas Wäldele (Violine), Ulrike Vogt (Akkordeon) und Thomas Bergmann (Gitarre). Der erste Programmteil endete mit dem rasanten "Root Beer Rag" von Billy Joel, wobei die junge Pianistin Franka Kinle von der Band der Music-Company-LMG mit aufregenden Rhythmen begleitet wurde.

Der zweite Programmteil wurde von der Musical-Company mit Songs aus dem Musical "Die drei Musketiere" sowie Duo- und Triovorträgen der großartigen Vokalistinnen Anuschka und Natascha Gooneratne und Kim Vanessa Schmidt bestritten. Bezaubernde Beiträge dieser Sängerinnen wie "Feeling Good" von Nina Simone, "Breaking Free" aus dem "Highschool Musical", "As long as you are mine" aus dem Musical "Wicked" und der Bob-Dylan-Klassiker "Blown in the Wind" begeisterten die Hörer.

Highlights stellten auch die Darbietungen aus dem eigens für die Musical-Company verfassten Musical "Die drei Musketiere" dar. Das modern-sakrale "Oh Herr" mit dem tollen Solo von Sänger Elvis Bejtovic und dem Chorbeitrag "Einer für alle" boten hinreißende Unterhaltung. Auch die szenische Darstellung einer "Überfahrt" und der aufregende Song "Wer kann schon ohne Liebe sein", dargeboten von einem Ensemble von Sängerinnen des Chores, überzeugten. Die gesellschaftskritischen Texte spielten auf die verfehlte Machtpolitik in Kirche und Staat an.

Höhepunkt und Abschluss des Konzertes bildete der virtuose Song "Vive le Roi". Bei allen Darbietungen überzeugten die Solisten, der Chor und die Band der Musical-Company-LMG mit ihrem Zusammenspiel und ihrer musikalischen Virtuosität. Der Applaus des Publikums war ohrenbetäubend.