Mutmaßliche Brandstifter festgenommen

Gerd Höhler

Von Gerd Höhler

Mi, 16. September 2020

Ausland

Sechs Afghanen unter Verdacht.

Die griechische Polizei hat am Dienstag sechs junge Männer festgenommen, die verdächtigt werden, vor einer Woche die Brände im Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos gelegt zu haben. Durch die Feuer, die am Dienstagabend vergangener Woche an mehreren Stellen gleichzeitig ausbrachen, wurde das Lager völlig zerstört. Die rund 12 500 Bewohner des Camps konnten sich vor den Flammen retten. Sie wurden obdachlos.

Als mutmaßliche Brandstifter identifizierte die Polizei nach intensiven Ermittlungen sechs afghanische Migranten. Drei von ihnen wurden am Dienstag in Moria festgenommen. Zwei weitere Verdächtige nahm die Polizei in Pieria und Thessaloniki fest. Diese sind 17 Jahre alt und waren als unbegleitete Minderjährige zusammen mit rund 400 weiteren Jugendlichen nach dem Brand von Lesbos in Unterkünfte aufs griechische Festland gebracht worden. Sie sollten in andere europäische Länder ausgeflogen werden. Ein sechster Tatverdächtiger, nach dem die Polizei zunächst noch fahndete, konnte am Dienstagabend in Lesbos festgenommen werden.

Alle sechs hatten auf Lesbos Asylanträge gestellt, die jedoch abgelehnt wurden. Die mutmaßlichen Brandstifter konnten nach Angaben aus Polizeikreisen durch Aussagen von Augenzeugen und anhand von Handy-Videos identifiziert werden. Auf einem der Videos ist nach Aussage von Ermittlern zu sehen, wie die Brandstifter Wohncontainer und Zelte mit Benzin übergießen und in Brand stecken. Die sechs Festgenommenen sollen am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden.