Hinweise gehen bei der Polizei ein

Erika Bader

Von Erika Bader

Do, 09. Januar 2020

Wehr

Feuerwehr muss bei Brandruine des Kindergartens Seeboden nochmals löschen / Stadt organisiert Notlösung für 100 Kinder.

WEHR. Das komplette Ausmaß der Brandkatastrophe des Wehrer Seebodenkindergartens wird erst so richtig aus der Vogelperspektive ersichtlich. Der nördliche Teil ist von oben betrachtet vom Löschwasser der Feuerwehr durchtränkt – von der Mitte bis zum südlichen Teil des Kindergartens erstreckt sich eine Fläche aus Asche und schwarzen verkohlten Holzstücken. Wie es zu dem Brand in der Nacht von Montag zu Dienstag kam, ist bislang nicht klar. Allerdings geht die Polizei nun Hinweisen aus der Bevölkerung nach.

Drei Anrufe gingen bisher bei der Polizei ein, wie Mathias Albicker, Pressesprecher der Polizei Waldshut, gegenüber der BZ erklärt. "Bewohner haben gegen drei Uhr nachts Böllerknallen im Stadtgebiet gehört. Das Ganze ist aber noch nicht verifiziert", so Albicker. Wo genau das Böllerknallen herkam, ist noch nicht geklärt. Vernehmungen stehen noch aus. "Wir gehen der Sache nach", so Albicker. Die Kriminaltechnik und Beamte des Polizeipostens Wehr waren am Mittwoch bis in die Abendstunden vor Ort und untersuchten die Brandstelle. Am Dienstag konnten sie das Gelände nicht betreten, da hohe Einsturzgefahr drohte.

Die Feuerwehr Wehr musste in den frühen Abendstunden am Dienstag abermals bei der Ruine des einstigen Kindergartens löschen – Glutnester hatten sich zu kleinen "Flämmchen" entfacht, wie Feuerwehrkommandant Nicolo Bibbo im Gespräch mit der Badischen Zeitung erklärt. Gerade als die Feuerwehr von einem Einsatz zurückkehrte, zu dem sie wegen eines Flächenbrandes gerufen wurde – dieser stellte sich als Waldarbeiterfeuer heraus – stellte sie gegen 18.30 Uhr fest, dass sich Glut in der Ruine zu Flammen entwickelt hatte. "Das ist oft der Fall nach solchen Bränden", erklärt Nicolo Bibbo. Deshalb machte er gegen 21 Uhr nochmals einen Kontrollgang, um nach dem Rechten zu sehen.

Perspektive für Kinder
Wie es mit dem 20-köpfigen Team des fünfgruppigen Kindergartens Seeboden und den rund 100 betreuten Kindern weitergehen soll, darum kümmert sich gerade die Stadtverwaltung. Am heutigen Donnerstagvormittag bietet die Stadt eine Betreuung für alle Kinder des Kindergartens Seeboden an mit anschließender Informationsveranstaltung für die Eltern in
der Seebodenhalle. Vom Montag, 13., bis Freitag, 17. Januar, gibt es eine Notfallbetreuung in den Räumen des Kindergartens In der Au sowie im Kindergarten St. Elisabeth. Ab Montag, 20. Januar, plant die Stadtverwaltung Räume im Kindergarten In der Au sowie im Neubau des Kindergartens Bündtenfeld einzurichten, die einen geregelten Kindergartenbetrieb ermöglichen. Der Umzug des Kindergartens In der Au in den neuen Kindergarten Bündtenfeld wird hiervon nicht betroffen sein.

Die CDU-Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller hatte sich, so wie auch schon Bürgermeister Michael Thater und Ordnungsamtsleiter Stefan Schmitz, selbst ein Bild vor Ort gemacht. "Als Landtagsabgeordnete möchte ich die Stadt Wehr in den nächsten Wochen und Monaten bestmöglich unterstützen und mich bei der Landesregierung für finanzielle Hilfen einsetzen", sagt Sabine Hartmann-Müller.

Hinweise nimmt die Polizei unter
Tel. 07762 80780 entgegen.

Ein Video von der Brandruine gibt’s unter http://www.mehr.bz/brandwehr http://mehr.bz/brandwehr