Ungarn

Alte und neue Sündenböcke

Daniela Weingärtner

Von Daniela Weingärtner

Di, 01. Juli 2014

Ausland

Ungarn baut Denkmäler für die Opfer der deutschen Besatzung – zugleich verdrängen Regierung und Parteien den seit Langem virulenten Antisemitismus.

Ágnes Heller ist empört. Die resolute 85-Jährige kommt gerade vom Szabadsag-Platz im Zentrum Budapests zurück. Dort versammeln sich jeden Abend einige Regierungsgegner, um gegen ein Mahnmal zu protestieren, das an die Opfer der deutschen Besatzung vor 70 Jahren erinnern soll. Derzeit ruhen die Bauarbeiten wegen der Proteste. Ein paar abgebrochene Säulen ragen aus weißen Abdeckungen. Davor liegen Schuhe, ein zertrümmerter Stuhl, Steinchen, wie sie Juden auf die Gräber ihrer Vorfahren legen.
Wenn weiter gebaut wird, soll auf der kleinen Grünfläche gleich neben einer Tiefgarageneinfahrt ein Erzengel Gabriel stehen, den ein Reichsadler an der Schulter packt – Symbol für die Unterdrückung der ungarischen Bevölkerung durch die Nazi-Okkupanten und im Wortsinn Stein des Anstoßes für die Mahnmalgegner.
Heller, die den ...

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