Spendete Russland Geld an Salvinis Lega?

dpa

Von dpa

Fr, 12. Juli 2019

Ausland

Staatsanwaltschaft ermittelt.

ROM (dpa). In die Affäre um angebliche Gelder aus Russland an die Partei des italienischen Innenministers Matteo Salvini hat sich einem Medienbericht zufolge die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. In Mailand seien Ermittlungen eingeleitet worden, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Donnerstag. Allerdings blieb unklar, ob die Ermittlungen gerade erst eingeleitet wurden oder schon länger laufen. Bei der Staatsanwaltschaft war dazu zunächst niemand zu erreichen.

Am Mittwoch hatte das Online-Magazin Buzzfeed berichtet, eine Audio-Aufnahme zugespielt bekommen zu haben, die ein Treffen eines früheren Sprechers von Salvini mit kremlnahen Politikern bestätigen soll. Buzzfeed zufolge fand das Treffen im Oktober 2018 in Moskau während eines Besuchs des italienischen Innenministers statt. Im Februar hatte das italienische Investigativmagazin L’Espresso bereits über solche geheimen Verhandlungen berichtet und Lega-Mitglied Gianluca Savoini als Gesprächspartner der Russen genannt.

Innenminister Salvini bestreitet Zahlungen

Wie tagesschau.de berichtet, soll Savoini, Präsident der Freundschaftsgesellschaft Lombardei-Russland, seinen russischen Gesprächspartnern versichert haben, Salvini stehe für eine neue Pro-Russlandpolitik der EU ein. Er sei der erste Mann, der ganz Europa verändern wolle – gemeinsam mit Verbündeten und Kollegen anderer Parteien in Europa. Tagesschau.de bezieht sich auf die italienischen Zeitung Corriere della Sera. Konkret sollen die russischen Gesprächspartner dem Salvini-Vertrauten ein Ölgeschäft mit dem staatlichen italienischen Konzern ENI vorgeschlagen und ihm angeboten haben, vom gezahlten Geld könne ein gewisser Prozentsatz an die Lega fließen. Ein italienischer Begleiter Savoinis sagt laut tagesschau.de daraufhin, das Geld könnte für die anstehende Kampagne zur Europawahl verwendet werden. Drei Millionen Tonnen Öl sollten demnach nach Italien geliefert werden, im Wert von 1,5 Milliarden Dollar.

Salvini hatte bereits am Mittwoch angekündigt, wegen des Artikels zu klagen. Er dementierte, Geld von Russland bekommen zu haben. "Aus Moskau habe ich immer Matrjoschka, Mascha und den Bär für meine Tochter mitgebracht. Und wer das Gegenteil sagt, lügt", sagte Salvini. Die russische Politik steht im Ruf, pro-russische Nationalisten in Europa zu unterstützen.