Nuba-Berge im Sudan

Wo sonst keiner mehr hinfährt

Johannes Dieterich

Von Johannes Dieterich

Mi, 04. April 2012

Ausland

Unterwegs mit einem Helfer in den umkämpften Nuba-Bergen.

Andere putzen ihr Auto, wenn sie Gäste zu transportieren haben, Raphael Veicht hat seinen Landcruiser fein säuberlich von oben bis unten mit Dreck beschmiert. "Ihr werdet schon noch sehen, warum", sagt der beleibte Krankenpfleger mit bayerischem Akzent und zwängt sich hinters Steuer. Es ist mittags um zwölf, knapp zehn Grad nördlich des Äquators und unerträglich heiß. Vor uns liegt eine fast 300 Kilometer lange Strecke in die sudanesischen Nuba-Berge, die gut zehn Stunden in Anspruch nehmen wird, denn die Wege sind hier in Wahrheit kleine Gebirge.

Noch gefährlicher als der aufgewühlte Untergrund ist jedoch, was von oben kommen kann: Russische Antonow-Flieger, die ziemlich ungezielt ihre Bomben fallen lassen. Veicht traut dem tarnenden Lehmanstrich seines Fahrzeugs nicht ganz: Er lässt beim Fahren außerdem das Wagenfenster offen, um rechtzeitig das Brummen der Flugzeuge zu hören. Als der Fall nach knapp zwei Stunden Fahrt eintritt, steuert er seinen Geländewagen unter einen Mangobaum: Rauchwolken zeigen an, dass die Bomben mehrere Kilometer weiter nördlich niedergegangen sind.

Der Vorfall lässt den Angestellten der deutschen Hilfsorganisation Cap Anamur kalt. Wer wie der 30-Jährige schon seit drei Jahren in ...

BZ-Archivartikel

Einfach registrieren und Sie können pro Monat 15 Artikel kostenlos online lesen - inklusive BZ Plus und BZ-Archivartikeln.

Gleich können Sie weiterlesen!

Exklusive Vorteile:

  • 15 Artikel pro Monat kostenlos – einschließlich BZ Plus
  • Qualitätsjournalismus aus Ihrer Heimat
  • An 18 Standorten in Südbaden – von 150 Redakteuren und 1500 freien Journalisten
  • Verwurzelt in der Region. Kritisch. Unabhängig.
  • Komfortable Anzeigenaufgabe und -verwaltung
  • Weitere Dienste wie z.B. Nutzung der Kommentarfunktion

* Pflichtfelder

Anmeldung

* Pflichtfelder

Meine BZ