"Es geht um alles": Wie Soldaten an der Bachmut-Front die Stellung halten
Die Ukrainer warten weiter auf Waffenlieferungen des Westens. Solange die nicht da sind, treibt Russland seine Offensive voran – nicht nur in Charkiw, auch bei Bachmut im Osten. Ein Besuch bei Soldat Bogdan im Bunker.
Soldat Bogdan (rechts) lauscht im Bunker an der Bachmut-Front den Geräuschen der Artillerie. Foto: Till Mayer
Nichts ist mehr ganz. Kein Haus, kein Stall. Links und rechts der staubigen Straße ragen nur Trümmer auf. Graue Holzlatten zeigen gen Himmel. Früher trugen sie Dächer. Jetzt blickt man durch sie auf ausgebrannte Wände. Ruinen von meist einstöckigen Häusern stehen hinter Büschen und umgekippten Zäunen. Einschläge haben Risse in Mauern gezogen. Über all der Zerstörung wölbt sich ein strahlend blauer Himmel. Stille. Irgendwo singt ein Vogel in dem menschenverlassenen Ort.
Bogdan hat den Helm in den Nacken geschoben. "Diese Stille macht einen verrückt", sagt der 43-Jährige.
Bogdan blickt oft nach oben, selbst wenn er spricht. Sucht das Blau mit seinen braunen Augen ab. Der Soldat scannt den Himmel regelrecht. "Keine Wolken, klare Sicht für die Drohnenpiloten", flucht er ...