Buchvorstellung

"Tiere essen" - ein sanftes vegetarisches Plädoyer

Martin Halter

Von Martin Halter

Mi, 25. August 2010

Literatur

Jonathan Safran Foers Aufruf, kein Fleisch mehr auf den Tisch zu bringen, ist das meistdiskutierte Buch des Sommers. Glücklicherweise fordert er von uns nicht dieselbe Kompromisslosigkeit, die er an den Tag legt.

Die Vegetarier lassen sich nicht länger an den Katzentisch der unangenehm selbstgerechten, genussfeindlichen Moralfundis verbannen. "Lasst das!", titelte kürzlich Die Zeit neben einem blutigen Steak. Karen Duve unterzieht sich gerade für ihr Buch "Anständig essen" einem Selbstversuch mit politisch korrekter Rohkost. Der bekennende Veganer Rolf Lappert bringt in seinem neuen Roman "Auf den Inseln des letzten Lichts" dressierte Menschenaffen und eine militante Tierschützerin zum Weinen. Lapperts Heilige Johanna der Schlachthöfe und Tierversuche erinnert allerdings daran, dass Vegetarier vielleicht die besseren Menschen, aber – trotz prominenter Gegenbeispiele wie Tolstoi, Shaw und Kafka – nicht unbedingt die besseren Schriftsteller sind.

Als Kafka einmal im Aquarium des Berliner Zoos seinen Frischbrüdern tief in die Augen schaute, sagte er: "Jetzt kann ich euch schon ruhig anschaun, ich esse euch ...

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