Prozess auf der Zielgeraden

dpa

Von dpa

Mi, 12. Februar 2020

Panorama

Zeugenaussagen im Fall Weinstein wurden beendet.

NEW YORK (dpa). Der aufsehenerregende Vergewaltigungsprozess gegen den ehemaligen Filmmogul Harvey Weinstein biegt auf die Zielgerade ein. Nachdem die Verteidigung des 67-Jährigen am Dienstag die Befragung ihrer Entlastungszeugen beendet hatte, sind die Schlussplädoyers von Weinstein-Lager und Anklage nun für Ende der Woche angesetzt.

Ab Dienstag sollen sich die zwölf Geschworenen dann zu Beratungen zurückziehen, um über Schuld oder Unschuld Weinsteins zu entscheiden. Damit wurde am Dienstag auch klar, dass Weinstein selbst nicht in seinem Prozess aussagen wird. Dies wäre möglich, aber mit erheblichen Risiken für die Verteidigung bei einem Kreuzverhör verbunden gewesen.

In den vergangenen Sitzungstagen hatte Weinsteins Verteidigerteam um Anwältin Donna Rotunno versucht, Zweifel an der Darstellung von sechs Frauen zu säen, die dem Multimillionär in ihren Aussagen vor Gericht schwere Sexualverbrechen, darunter Vergewaltigung, vorgeworfen hatten. Dabei sagten auch Zeugen aus, die von einem freundschaftlichen Verhältnis der mutmaßlichen Opfer zu Weinstein, auch nach den Taten, berichteten.

Im Falle einer Verurteilung droht Weinstein lebenslange Haft. Bei der Anklage wurden viele Fälle nicht berücksichtigt, weil sie verjährt waren oder nicht in New York stattgefunden haben sollen. Am Ende kommt es auf die Jury an, die über Schuld und Unschuld entscheidet.