Odenwaldschule: Reden über das Unsagbare

Petra Kistler

Von Petra Kistler

Mo, 19. April 2010

Panorama

Die Odenwaldschule diskutiert an ihrem 100. Geburtstag über den Missbrauchsskandal. Die drängendsten Fragen bleiben offen.

Als Hans Wölcken sich zu Wort meldet, ist es schon sehr stickig im überfüllten Theatersaal der Odenwaldschule in Oberhambach. Während die vier Altschüler auf dem Podium klare Worte für den sexuellen Missbrauch finden, den mindestens 40 Kinder und Jugendliche an dem Vorzeigeobjekt der deutschen Reformpädagogik erleiden mussten, offenbart Wölcken unbeabsichtigt das ganze Dilemma.

Der Jurist war von 1956 bis 1962 Schüler an der Odenwaldschule. Wölcken war 16, als er sich in ein Mädchen verliebte. Seine Gefühle blieben unerwidert. Als er einmal vor Liebeskummer nicht schlafen konnte, ging er um zwei Uhr nachts ins Zimmer der Lehrerin, die seiner "Familie" vorstand. So heißen die Gemeinschaften bis heute, in denen Lehrer und Schüler zusammenleben. "Ihre Tür stand immer offen", sagt Wölcken. Die Lehrerin habe mit ihm geredet und gesagt: "Dir ist doch kalt, komm kuschel dich zu mir ins ...

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