Welt der Wale

Andreas Strepenick

Von Andreas Strepenick

Sa, 26. März 2011

Panorama

Waltourismus ist beliebt. Millionen nähern sich den Meeressäugern – nicht immer mit der gebotenen Rücksichtnahme. Ein Besuch auf Teneriffa.

Eduardo liebt es, aufs Meer hinauszufahren. Er strahlt mit der Sonne im Süden Teneriffas um die Wette, als sein Boot, ein kleiner Zweimaster, vom Kai des Hafens in Los Cristianos ablegt. "Heute werden wir Wale sehen", sagt Eduardo und wiederholt seinen Satz auf Spanisch, Englisch und Französisch. Er spricht vier Sprachen makellos, versammelt knapp zwei Dutzend Touristen auf dem Oberdeck und erklärt ihnen, was sie erwartet.

"Wir werden Wale sehen", das ist fast schon ein Versprechen auf dem Meer zwischen den kanarischen Inseln Teneriffa und La Gomera. Dutzende von Booten fahren jeden Tag hinaus auf den Atlantik, der hier bis zu 2000 Meter tief ist und die beiden Inseln voneinander trennt. Das Klima ist ganzjährig mild, kalte Meeresströme treffen auf warme, Nahrung gibt es reichlich – die Lebensbedingungen sind gut für die 400 bis 500 Grindwale, die sich hier angesiedelt haben. Man erkennt sie an ihrer stark gebogenen Rückenflosse. Ein Grindwal kann bis zu acht Meter lang werden und zweieinhalb Tonnen schwer. Auch Delfine, ganze Schwärme, leben hier. Drittens aber ist die rund 30 Kilometer breite Meeresstraße eine Art Autobahn, ein Highway für Pott- und Blauwale und andere Arten von Meeressäugern, die etwa auf dem Weg zum Golfstrom sind. "Einmal waren wir draußen und hatten gestoppt", berichtet Eduardo, "als es neben uns dunkel wurde. Ein Blauwal tauchte auf, ganz nah, vielleicht 23 oder 24 Meter lang, fast so groß wie unser Boot. Er war ganz plötzlich da, geräuschlos, schaute uns an, und dann tauchte er wieder ab."

Eduardo erzählt die Geschichte vom Blauwal gern, denn sie war einer der Höhepunkte in den Jahren, in denen er nun schon Teneriffabesucher beim Whale Watching, bei der Walbeobachtung, begleitet und anleitet. 27 der weltweit 80 Walarten wurden im Atlantik rund um die Kanaren bereits gesichtet. Vor allem die Meerenge zwischen Teneriffa und La Gomera zählt zu den Hot Spots, den wichtigsten Anziehungspunkten für diese Art von Tourismus. Allerdings fliegen Besucher – anders als etwa nach Island oder Norwegen – nicht eigens auf die Kanaren, um Wale zu sehen. Die ...

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