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afp

Von afp

Di, 22. Oktober 2019

Wirtschaft

Deutsche etwas reicher — Weitere Streiks drohen — Ermittlung eingestellt — Geld wie Heu — 4000 Firmen betroffen

VERMÖGEN

Deutsche etwas reicher

Vor allem der Immobilienboom hat viele Menschen in Deutschland einer Studie zufolge reicher gemacht. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Vermögen stieg 2019 im Vergleich zum Vorjahr leicht, wie die Schweizer Großbank Credit Suisse errechnet hat. Beim durchschnittlichen Vermögen pro Erwachsenen rangiert Deutschland als Europas größte Volkswirtschaft mit 216 654 (2018: 214 893) Dollar (gut 194 000 Euro) auf Rang 19. In der auf Rang eins stehenden Schweiz ist das durchschnittliche Pro-Kopf-Vermögen mit 564 653 Dollar mehr als doppelt so hoch.

LUFTHANSA

Weitere Streiks drohen

Bei der Lufthansa drohen in den kommenden Wochen weitere Streiks der Flugbegleiter. Zwar verzichtet die Kabinengewerkschaft Ufo nach der ersten Warnstreikwelle vom Sonntag auf weitere Aktionen in dieser Woche, hat aber zugleich ihre Mitglieder in fünf Betrieben des Lufthansa-Konzerns zu Urabstimmungen über unbefristete Streiks aufgerufen. Dazu gehören neben der Lufthansa-Kerngesellschaft die vier am Sonntag bestreikten Flugbetriebe Eurowings, Germanwings, Lufthansa Cityline und Sunexpress Deutschland. Der Ufo-Vizevorsitzende und Tarifvorstand Daniel Flohr wertete den Ausstand vom Sonntag bei den vier Lufthansa-Töchtern als Erfolg. 150 Verbindungen seien ausgefallen. Lufthansa nannte selbst keine Zahl, bestätigte aber die in Medien genannte Zahl von 100 gestrichenen Flügen.

MIDDELHOFF-BANKROTT

Ermittlung eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat ihr Ermittlungsverfahren gegen den früheren Top-Manager Thomas Middelhoff wegen des Verdachts des Bankrotts eingestellt. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, es gebe keinen hinreichenden Tatverdacht gegen Middelhoff. Konkret ging es um den Verdacht, der Ex-Manager habe vor seiner Privatinsolvenz Millionensummen verschoben und so den Gläubigern entzogen.

GRÜNDERFINANZIERUNG

Geld wie Heu

Europäische Jungunternehmen haben im ersten Halbjahr so viel Geld erhalten wie nie zuvor. Wie die Beratungsgesellschaft EY am Montag mitteilte, stieg der Gesamtwert der Start-up-Finanzierungen im Vergleich zum Vorjahr um 62 Prozent auf 16,9 Milliarden Euro. Demnach gab es in Europa insgesamt 2301 Finanzierungsrunden, zehn Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2018. Deutschland liegt beim Investitionsvolumen hinter Großbritannien und Frankreich. 2,7 Milliarden Euro erhielten deutsche Start-ups laut EY, sieben Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. In Frankreich waren es 2,8 Milliarden (plus 43 Prozent) und in Großbritannien sogar 6,7 Milliarden Euro (plus 112 Prozent), ungeachtet aller Brexit-Diskussionen.

EMISSIONSHANDEL

4000 Firmen betroffen

Die Bundesregierung hat ihre Pläne für den nationalen Emissionshandel konkretisiert. Im Referentenentwurf des Umweltministeriums vom Montag wird von einer Teilnahme von etwa 4000 Unternehmen an dem Handelssystem ausgegangen. Der geplante nationale Emissionshandel ist ein zentraler Bestandteil des Klimapakets der Bundesregierung. Vorgesehen ist, dass ein Zertifikat für den Ausstoß von einer Tonne Kohlendioxid (CO2) zum Start im Jahr 2021 zunächst zehn Euro kostet. Bis 2025 soll der Preis auf 35 Euro steigen, 2026 ist ein Preiskorridor von 35 bis 60 Euro vorgesehen.