Lärm im Seepark

Nachtschlaf scheint nur etwas für Spießer zu sein

Peter Martin

Von Peter Martin (Freiburg)

Do, 19. August 2021

Leserbriefe Freiburg

Zum Bericht "Am Seepark liegen die Nerven blank" (BZ vom 16. August).

Man hat nicht den Eindruck, dass es in dieser Stadt viele Leute gibt, die einer geregelten Berufstätigkeit nachgehen (müssen). Nachtschlaf scheint nur etwas für Spießer zu sein. Mit der Reduzierung der Gemeindevollzugsdienst-Stellen hat eine Mehrheit im Gemeinderat gezeigt, dass sie die "Normalbürger" in keiner Weise mehr vertritt (der GVD soll gefälligst nur Knöllchen für Parkverstöße der Spießbürger verteilen, aber keine "Repression" auf die freiheitsliebende Spaßgesellschaft ausüben). Die Stadt verkommt zunehmend zu einer rechtsfreien, schrankenlosen Party- und Feier-Location, die zum Hotspot dieser Event-Szene für die ganze Region wird. Neuerdings sollen nun neben dem eigentlichen Innenstadtbereich mit den bekannten "Freiwild"-Plätzen (die nach den nächtlichen, lärmintensiven Invasionen wie ein Kriegsgebiet aussehen) auch noch die von Wohngebieten umgebenen Parks aufgerüstet und freigegeben werden (trauriger Präzedenzfall ist hier der leidgeprüfte Seepark), auf dass die ganze Stadt flächendeckend nächtens verlärmt und zugemüllt werden kann (beim kürzlich stattgefundenen Festival im Eschholzpark, der angeblich "keine Nachbarn hat") war die Musik kilometerweit (zum Beispiel in Weingarten, wo ein Auge auf den Dietenbachpark geworfen wird) zu hören und die Bässe zu spüren – für die Bespaßung einiger hundert Leute werden viele tausend Menschen unfreiwillig zwangsbeschallt! Gute Nacht, Anwohner! Peter Martin, Freiburg