Name "Bläserfestival" wird zum Zankapfel

Hannes Lauber

Von Hannes Lauber

So, 02. Oktober 2022

Weil am Rhein

Der Weiler Kulturamtsleiter Peter Spörrer erhielt im Gemeinderat für sein umfassendes Kulturentwicklungskonzept viel Lob, musste aber für Details auch deftige Kritik einstecken. Etwa für seinen Vorstoß zum Bläserfestival.

Der Weiler Kulturamtsleiter Peter Spörrer erhielt im Gemeinderat für sein umfassendes Kulturentwicklungskonzept viel Lob, musste aber für Details auch deftige Kritik einstecken. Etwa für seinen Vorstoß zum Bläserfestival.

"Unnötig wie ein Kropf" ist nach Auffassung von Andreas Rühle (Freie Wähler) die Überlegung des Weiler Kulturamtsleiters Peter Spörrer, das Bläserfestival umzubenennen. Spörrer hatte den Vorschlag bei der Gemeinderatssitzung damit begründet, dass man die Veranstaltung dadurch mit herkömmlicher Blasmusik in Verbindung bringe.

Er nannte jedoch auch weitere Gründe: Für Menschen, die nicht oder nicht fließend Deutsch sprechen, sei der Name unverständlich und wegen des Umlauts unter Umständen schwer auszusprechen. Außerdem habe der Name eine sexuelle Nebenbedeutung, weshalb manche darüber schmunzelten. Das sollte vermieden werden, befand Spörrer.

Verständnis äußerte dafür aber niemand im Gemeinderat. Lediglich Ulrike Fröhlich von den Grünen räumte ein, dass sie früher den Namen "Bläserfestival" auch komisch gefunden habe – weil er falsche Erwartungen wecke.

Eugen Katzenstein von den Freien Wählern verwies jedoch darauf, dass auch die neue Zusatzbezeichnung für Weil am Rhein – nämlich "3-Länder-Stadt" – einen Umlaut habe. Überdies müsse man wegen der sexuellen Anspielung dann auch den Bläsihof oder den Bläsiring umbenennen. Ihm gehe die Diskussion daher "auf den Geist, wir haben ganz andere Sorgen", wie er sich schließlich äußerte.

Sozialdemokrat Johannes Foege riet im Gremium dazu, sich nicht in Details zu verhakeln, und Axel Schiffmann (Unabhängige Freie Wähler) attestierte dem Kulturamtsleiter: "Sie lassen es schon ordentlich krachen" – Spörrer müsse aber aufpassen, dass er nicht in nicht nachvollziehbare Bereiche abdrifte.