Neue Ideen für Art’Rhena

Julius Steckmeister

Von Julius Steckmeister

Fr, 18. Oktober 2019

Vogtsburg

Nach einem Bürgerdialog lud der Zweckverband "Zwei-Breisacher-Land" zu einem Konzert ein.

VOGTSBURG. Voraussichtlich im Herbst öffnet das deutsch-französische Kultur- und Begegnungszentrum "Art’Rhena" seine Pforten. Damit das schmucke Gebäude keine leere Hülle bleibt, sondern seinen Zweck als lebendiger Treffpunkt der Bürger beider Rheinanliegerstaaten erfüllen kann, stehen die Wünsche eben jener im Zentrum des Interesses der "Art´Rhena"-Macher, des grenzüberschreitenden örtlichen Zweckverbandes "Zwei-Breisacher-Land". Zu diesem gehört auch die Stadt Vogtsburg.

Erst die Arbeit
Zum "ganz dynamischen deutsch-französischen Prozess" begrüßte denn auch der Hausherr, Vogtsburgs Bürgermeister Benjamin Bohn, rund 50 Interessierte aus Deutschland und Frankreich. Sie waren der Einladung zum gemeinsamen Hirnen über das Wie und Was des seit rund einem Jahr im Bau befindlichen Kulturzentrums auf der Rheininsel bei Vogelgrun in die Aula der Oberrotweiler Schule gefolgt. Der Bürgerdialog sollte der Auftakt sein, dem dann ein Gratis-Konzert in der benachbarten Halle folgte.

Was können wir in "Art´Rhena" gemeinsam machen, wie kann man sich in "Art´Rhena" zuhause fühlen und wie könnte die Gründung eines binationalen Besucher-Clubs oder Zuschauer-Komitees vonstattengehen, wurde als Leitfragen in den Raum gestellt. Ebenfalls dort bereits aufgestellt waren drei Stuhlkreise, derer sich die Arbeitsgruppen, die zweisprachig moderiert wurden, für eine knappe Stunde bemächtigten. Als Vertreter des Zweckverbandes hatten sich sowohl Bohn für die deutsche Seite als auch der Präsident der ComCom Pays Rhin-Brisach, Gérard Hug, für die französische Seite unter die Bürger gemischt.

Café, Grünflächen und Sprachtreff
Kaum 60 Minuten später präsentierten die Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse, deren Schwerpunkte sich glichen. So lag allen Beteiligten die Gestaltung des Außenbereiches von "Art´Rhena" am Herzen, welcher mit Sitzgruppen und Schatten spendenden Bäumen eine hohe Aufenthaltsqualität bieten solle. Außerdem konnte man sich nachmittags einen Café- und abends eine Art Bar-Betrieb mit kleinen Snacks vorstellen.

Neben Ausstellungen wurden zweisprachige Veranstaltungen angeregt. In Sachen Sprache fanden viele Beteiligte einen regelmäßigen Sprachtreff sinnstiftend, bei welchem "in lockerer Atmosphäre" die Sprache des Nachbarn erlernt oder vertieft werden könne. In Sachen Besucher-Club wurde angeregt, bereits innerhalb der Bürgerdialog-Gruppe E-Mail-Adressen auszutauschen. Zudem konnte man sich die Gründung kleinerer Gruppen vorstellen, welche in Eigenregie auch Veranstaltungen in der "Art´Rhena" ausrichten könnten. Ergänzt werden sollte das Programm auch durch zwanglose Angebote, beispielsweise Spieletreffs von Boule bis Schach oder offenes Singen. Gut vorstellen konnte man sich eine zweisprachige Bücherei unter dem Dach von "Art´Rhena". "Art´Rhena" solle ein Ort der Begegnung und Kommunikation, ein Ort, "wo man immer hinkommen kann", werden, so das Fazit der drei Gruppen.

Das Vergnügen
Eingeladen wurden abschließend nicht nur die Brainstormer, sondern alle Bürgerinnen und Bürger zum Konzert mit dem A Capella-Damen-Quartett "Les Brünettes". In der Turn- und Festhalle war trotz emsiger Nachbestuhlung kein freies Plätzchen mehr zu finden, als Bürgermeister Bohn zum zweiten Mal an diesem Abend einige Begrüßungsworte sprach. Die vier "Brünettes" sangen dann zwar zumeist auf Englisch, da sie sich die Neuinterpretation von Beatles-Hits vorgenommen hatten, die Moderation in der binationalen Formation erfolgte aber ganz im Sinne des Abends – auf Deutsch und Französisch.