Neues Gewand für Racing-Heimstätte

Peter Cleiß

Von Peter Cleiß

Mi, 20. Januar 2021

Fussball International

Das Meinau-Stadion des französischen Fußball-Erstligisten Racing Straßburg soll für 100 Millionen Euro runderneuert werden / Siegerentwurf wurde präsentiert.

Auf Einladung von Marc Keller, Präsident des französischen Fußball-Erstligisten Racing Straßburg, Pia Imbs, Präsidentin der Eurometropole Straßburg, Straßburgs Oberbürgermeisterin Jeanne Barseghian, Jean Rottner, Präsident der Region Grand Est sowie Jean-Philippe Maurer, der die neugegründete Collectivité Européene Alsace vertrat, präsentierte das englische Unternehmen Populous den Siegerentwurf für die 100-Millionen Euro teure Runderneuerung des Straßburger Meinau-Stadions.

Populous, das zusammen mit dem Straßburger Architekturbüro Rey-de Crécy den Zuschlag erhielt, hat in jüngster Vergangenheit unter anderen das neue Wembley-Stadion, das Emirates Stadion von Arsenal, das Stadion der Tottenham Hotspurs und das Etihad Stadion in Manchester realisiert. Auch das neue Stadion von Olympique Lyon wurde von den Engländern gebaut. "Das Stadion von morgen mit der Atmosphäre von heute" bauen, das war die Zielvorgabe von Marc Keller für dieses Projekt.

Hochmodern auf der einen Seite und zugleich zugeschnitten auf die Bedürfnisse seiner Fans auf der Tribüne andererseits, kommt der vorgelegte Entwurf nun daher, der sowohl zahlungskräftigen Unternehmen wie auch den stimmgewaltigen Racing-Fans auf den Stehplätzen genau jene Atmosphäre bieten soll, die diese wünschen.

Während die Zahl der Plätze auf den beiden Hinter-Tor-Tribünen und der Gegengerade von derzeit 24 500 auf zukünftig 28 500 Plätze steigt, wird die Zahl der VIP-Plätze von 360 auf 3600 erhöht. Daneben erhält das Meinau-Stadion ein runderneuertes Gesicht, das auch von großflächigen Photovoltaik-Anlagen geprägt sein wird – ein Umstand, den Oberbürgermeisterin Barseghian besonders hervorhob, passt er doch in besonderer Weise in das städtische Entwicklungskonzept der kommenden Jahre.

Die Aufenthaltsqualität hinter den Tribünen und im direkten Umfeld des Stadions soll sich enorm steigern. "Marc Keller hat in den letzten Jahren die Meinau zur größten ’Wínstub’ des Elsass gemacht", merkte Rottner an. Auch zukünftig sollen die Fans schon vor Spielbeginn und noch lange nach einem Spiel die Meinau als Ort einer besonderen Geselligkeit schätzen.

Dass mit dem vorgelegten Siegerentwurf für ein 100 Millionen Euro teures Stadion inmitten einer Pandemie auch kritische Stimmen aufkommen, kann Pia Imbs gut verstehen. "Aber für uns ist der Zeitpunkt für diesen Meilenstein in der Stadion-Erneuerung durchaus stimmig. Er macht deutlich, dass wir trotz der gegenwärtigen Krise eine Zukunft für all jene Dinge, die uns Freude machen, sehen und sie gut vorbereiten."

Während der von Juni 2022 bis Juli 2025 andauernden Umbauphase wird Racing lediglich für 19 000 Zuschauer Plätze anbieten können. Mit Blick auf diese Beschränkung wurde schon für die laufende Saison 2020/2021 die Zahl der Dauerkarten auf 19 000 beschränkt. Eine zumindest teilweise Refinanzierung der Kosten durch einen Namensgeber plant die Eurometropole Straßburg, der eigentliche Besitzer des Stadions, nach den Worten von Pia Imbs derzeit nicht.