Interview

Noah Dägele von Alemannia Aachen: "Fußball ist meine Leidenschaft"

Herbert Trogus

Von Herbert Trogus

Fr, 13. September 2019 um 14:29 Uhr

Vogtsburg

Noah Dägele aus Niederrotweil lebt den Traum vieler junger Fußballer. Seit Juni spielt der 18-Jährige beim Traditionsverein Alemannia Aachen. Im Interview spricht er über seine fußballerischen Pläne.

BZ: Seit wann wussten Sie, dass die Profi-Fußballer werden wollen?

Dägele: Mit zunehmendem Erfolg wuchs der Wille, immer höherklassiger zu spielen. Das Ziel zum Fußballprofi ist jedoch noch ein harter weiter Weg. Meine Familie unterstützte mich von Anfang an.

BZ: Wie stehen heute die Chancen, als begabter Fußballspieler eine Profikarriere einzuschlagen?

Dägele: Eigentlich sind die Chancen gering, man braucht viel Glück. Man steht schon früh unter Druck. Man muss willens sein, auf vieles zu verzichten, dann sind die Chancen gut. Verletzungen können jedoch auch ausschlaggebend sein.

BZ: Welche Abstriche sind Sie für Ihre bisherige Laufbahn eingegangen?

Dägele: Der Wegzug von zu Hause war für mich nicht ganz einfach. Man muss auf Vieles verzichten, weniger feiern gehen, Alkohol meiden. Das Training muss stets an erster Stelle stehen.

BZ: Bleibt bei all dem Training überhaupt noch Zeit für Freunde, Hobbys oder eine Ausbildung?

Dägele: Für mich ist Fußball eine Leidenschaft und ich freue mich immer, wenn ich mit meinen Fußballfreunden auf dem Platz stehe. Aber auch außerhalb des Fußballs findet sich Zeit für Freunde. Eine Ausbildung habe ich noch nicht begonnen, jedoch vor Kurzem mein Abitur abgelegt.

BZ: Sehen Sie es als Risiko, keine abgeschlossene Ausbildung oder kein Studium zu haben?

Dägele: Grundsätzlich ja, ich werde nach einem Jahr in Aachen weitersehen, wie es mit dem Fußball weitergeht. Parallel werde ich mich nach einem Studium umsehen.

BZ: Wie schützen und pflegen Sie Ihren Körper?

Dägele: Regelmäßiges Training und ausgewogene Ernährung sind sehr wichtig. Außerdem ausreichend Schlaf und hin und wieder ein Besuch beim Physiotherapeuten.

BZ: Zweifeln sie auch mal daran, ob sich Disziplin und Opfer lohnen?

Dägele: Es gibt schon Phasen, in denen es nicht so gut läuft. Dann fragt man sich schon mal: Warum mache ich das Ganze? Ich glaube aber, dass es sich lohnt, für seinen Traum zu kämpfen.

BZ: Was ist wichtiger für eine erfolgreiche Profi-Karriere: Talent oder Fleiß?

Dägele: Auf jeden Fall Fleiß. Immer einhundert Prozent zu geben das ist wichtig.



BZ: Risikobereitschaft oder Sicherheitsdenken?

Dägele: Ohne Risiko wäre der Wechsel nicht zustande gekommen. Ein gewisses Risiko muss man eingehen. Es zeigt sich erst im Nachhinein, ob die Entscheidung richtig war.

BZ: Ehrgeiz oder Teamgeist?

Dägele:
Fußball ist ein Mannschaftssport, da muss man Teamgeist zeigen. Jedoch darf man die stetige persönliche Entwicklung nicht vernachlässigen, sondern muss sie in das Team einbringen.

Noah Dägele (18) ist in Niederrotweil aufgewachsen. Vor wenigen Wochen hat er am Martin-Schongauer-Gymnasium in Breisach das Abitur bestanden. Bis vor Kurzem spielte er beim FC Emmendingen 03 in der A-Jugend als Torwart und wechselte jetzt in die U19-Mannschaft von Alemannia Aachen, die in der A-Junioren-Bundesliga West spielt. Mit 13 begann er Fußball zu spielen. Seine erste Station war als Torhüter in der C-Jugend beim ASV Merdingen, ein Jahr später wechselte er zum Bahlinger SC. Nach zwei Jahren ging er zum FC Emmendingen 03. In seinem ersten Jahr als Torhüter in der U19 konnte er sich gegen drei jahrgangsältere Torhüter durchsetzen und spielte fast jedes Spiel in der Verbandsliga. Zusätzlich spielte er in der südbadischen Auswahl des Jahrganges 2001.