Nur der Klassenerhalt zählt

Thorsten Mühl

Von Thorsten Mühl

Do, 23. Juni 2022

Tennis

Die Männer des Aufsteigers TSG Lahr/Emmendingen und die Frauen des TC BW Oberweier starten in die Tennis-Badenliga.

. Am Samstag ist es soweit, die Tennisspieler der TSG Lahr/Emmendingen starten beim TC RW Tiengen (11 Uhr) in die Badenliga. Für den Aufsteiger ist klar: Es geht nur darum, möglichst schnell den Klassenerhalt einzufahren. Vor einer interessanten Konstellation stehen auch die Spielerinnen des TC BW Oberweier, die mit einem Doppelspieltag beim TC BW Villingen (Samstag, 11 Uhr) und gegen den TC BW 64 Leimen (Sonntag, 11 Uhr) in die Runde starten.

TSG Lahr-Emmendingen
Die TSG-Männer verfolgen das Ziel, sich möglichst von den Abstiegsrängen fernzuhalten. Gespielt wird nach neuem Modus: Aus zwei Gruppen à fünf Mannschaften besteht die Vorrunde, wobei die jeweils ersten beiden Teams die Aufstiegsrunde erreichen. Der Rest findet sich in der Abstiegsrunde wieder. "Der Modus ist nicht ganz einfach zu durchschauen", sagt TSG-Coach Hernan Valenzuela. Bereits die Vorrunde verspricht hohe Anforderungen. "Pforzheim II ist stark einzustufen, dort wird großer Aufwand betrieben, um den Abstand zum ersten Männerteam gering zu halten. Tiengen kennen wir aus gemeinsamen Oberliga-Zeiten, sie sind ebenfalls stark. Gegen Karlsruhe und Markdorf rechnen wir uns etwas bessere Möglichkeiten aus", so Valenzuela.

Im Kader der TSG wird ein bekannter Name schmerzlich vermisst. "Luca-Leon Mack steht uns nicht zur Verfügung, er ist in den USA geblieben", informiert Valenzuela. "Das ist sicher ein Verlust, wir gehen etwas schwächer in die Saison, auch im Doppel", sagt der Coach. Er setzt auf eine eingespielte Mannschaft, in der zuletzt etwa Mark Trenkle Schritte nach vorn zeigte. An ausländischen Aktiven stehen die Franzosen Nathan Seateun, Matthieu Bolot und Florian Simbozel zur Verfügung.

In welcher Zusammensetzung die TSG antritt, hängt von mehreren Faktoren ab. "Wir wollen in der Regel mit zwei ausländischen Akteuren spielen. Es kommt immer darauf an, ob und welche anderen Verpflichtungen die Spieler gerade haben. Aus Vereinssicht wägen wir in der Runde wie gewohnt auch finanziell ab, wann genau der Einsatz eines ausländischen Spielers sinnvoll ist", sagt Valenzuela. "Inwieweit der Klassenerhalt machbar ist, muss man sehen. Die Mannschaft ist jedenfalls sehr motiviert, das Ziel zu errichen. Und die Vorfreude auf die höhere Spielklasse ist da", so Valenzuela.

Kader: 1. Nathan Seateun; 2. Matthieu Bolot; 3. Florian Simbozel; 4. Miguel Valenzuela; 5. Adrian Sexauer; 6. Stefan Kiesenhofer; 7. Mark Trenkle; 8. Simon Hirt; 9. Daniel Bender.

TC BW Oberweier
An drei Wochenenden wird die Badenliga-Saison aus Sicht der Oberweierer Frauen kompakt absolviert. Für Cheftrainer Oliver Killeweit gestalteten sich die vergangenen Wochen und Monate eigener Aussage nach zu "einer der kompliziertesten Vorbereitungsphasen der vergangenen Jahre". Nominell umfasst die Kaderliste viele Spielerinnen, doch wer wann konkret antritt, stellt aus Oberweierer Sicht ein Puzzlespiel dar. Das hat unterschiedliche Gründe: Yuliana Lizarazao (Kolumbien) erhielt unlängst das Angebot, für ihr Nationalteam zu spielen. Julia Rauer und Melissa Kromer sind jobmäßig international unterwegs und stark eingebunden. Julia von Samson lebt schon seit Jahren in London, Melisa Ercan (Türkei) kämpft sich nach längerer Verletzung gerade über Turniere wieder in der Jugend-Weltrangliste zurück nach oben.

"Die Ausgangslage ist interessant, wir werden um den Klassenerhalt richtig kämpfen müssen", verhehlt Killeweit nicht. Von Spiel zu Spiel werde sich die Mannschaft punktuell verändern, die Basis sollen zwei ausländische Kräfte und Brigitte Manceau bilden. "Wenn wir das hinbekämen, wäre es noch immer schwer. Aber Spiele, gerade im Frauen-Bereich, müssen immer erst gespielt werden", sagt Killeweit. Zwei Siege könnten für den Klassenerhalt eventuell reichen, da die beiden Letztplatzierten absteigen. "Es wird ein enges Rennen, das Ziel ist eine Pflichtaufgabe und dann nach Möglichkeit ein weiterer Erfolg. Die Ausgangslage kann sich auch kurzfristig immer verändern, das macht auch die Spannung dieser Saison aus", so Killeweit.

Zum Auftakt startet Oberweier am Samstag (11 Uhr) in Villingen, ehe am Sonntag (11 Uhr) Leimen an der Palmengasse gastiert. "Das sind beides stark einzustufende Teams. Wir wollen das Beste aus der Situation machen", so Killeweit. Der Trainer ergänzt: "Sollten wir absteigen, bricht hier auch nichts auseinander. Wir haben viele talentierte Spielerinnen hinten dran, die in zwei, drei Jahren an die Kadertür klopfen können."

Kader: 1. Yuliana Lizarazao; 2. Gaia Squarcialupi; 3. Brigitte Manceau; 4. Melisa Ercan; 5. Viktoria Malova; 6. Julia Rauer; 7. Melissa Kromer; 8. Julia von Samson; 9. Stefanie Killeweit; 10. Anna-Lena Singler; 11. Katia Vieira Erbach; 12. Evelyn Steinbach.