Mittelmeer

"Ocean Viking" rettet rund 120 Menschen vor dem Ertrinken

dpa

Von dpa

Do, 21. Januar 2021 um 16:58 Uhr

Panorama

Monatelang war die "Ocean Viking" festgesetzt, nun ist das Hilfsschiff wieder im Einsatz im Mittelmeer. Vor der libyschen Küste konnte sie rund 120 Menschen aus einem Schlauchboot retten.

Das Hilfsschiff "Ocean Viking" hat rund 120 Bootsmigranten im Mittelmeer vor Libyen aus Seenot gerettet. Das teilte die Betreiberorganisation SOS Mediterranee am Donnerstag mit. Die Menschen, darunter vier kleine Kinder, seien in einem "gefährlich überbesetzten Schlauchboot" gesichtet und an Bord genommen worden. Anfang dieser Woche waren nach UN-Angaben beim Untergang eines anderen Bootes vor der Küste des afrikanischen Landes mindestens 43 Geflüchtete ertrunken.

Die "Ocean Viking" war vom französischen Hafen Marseille vor rund zehn ins zentrale Mittelmeer ausgelaufen. Zuvor hatten italienische Behörden das Schiff monatelang festgehalten. Sie gaben es erst Ende 2020 wieder frei. Italien möchte illegale Einwanderer möglichst fernhalten und abschrecken. Die private Seenotrettung ist umstritten.

Menschen fliehen vor politischer Instabilität und gewaltsamen Konflikten

In Libyen herrscht seit fast zehn Jahren Bürgerkrieg. In dem Chaos hat sich das Land zu einem der wichtigsten Transitgebiete für Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa entwickelt. Wie viele Menschen die Überfahrt nicht überleben oder von der libyschen Küstenwache zurück gebracht werden, kann nicht sicher beziffert werden.

Auf der "Ocean Viking" fährt aus Deutschland auch die Krankenschwester Christine Schmitz, Leiterin des medizinischen Teams an Bord, mit. "Immer wieder versuche ich mir auszumalen, wie sich die Menschen fühlen müssen, auf nicht seetauglichen Booten, zusammengepfercht, sowieso schon traumatisiert von allem, was ihnen im Heimatland, auf der Flucht und inmitten der Instabilität Libyens geschehen ist", beschrieb sie ihre Sicht.

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