Österreich sperrt zu

Matthias Röder

Von Matthias Röder (dpa)

Mi, 18. November 2020

Ausland

Die Alpenrepublik geht bis zum Nikolaustag in den Lockdown / Strikte Ausgangsbeschränkungen.

. Die Rollläden an den Geschäften sind unten, Straßen und Kinderspielplätze leer: Österreich ist wegen der zuletzt stark gestiegenen Corona-Infektionszahlen am Dienstag erneut in einen Lockdown gegangen. Bis zum 6. Dezember gelten für die neun Millionen Einwohner strikte Ausgangsbeschränkungen. Wie zu Beginn der Pandemie im Frühjahr ist das Verlassen von Haus und Wohnung nur in Ausnahmefällen erlaubt, etwa zum Einkaufen, für Arztbesuche, zum Spazieren gehen und Joggen. Geschäfte und Dienstleister bleiben zu – bis auf Supermärkte, Drogerien, Apotheken und Banken.

Schulen haben auf Fernunterricht umgestellt, bieten aber für Schülerinnen und Schüler, die nicht zu Hause bleiben konnten oder dort keine Laptops hatten, Betreuungsangebote an. Die Regierung will Kontakte auf ein Minimum reduzieren, um Infektionsketten zu unterbrechen und die Krankenhäuser vor einer Überlastung zu bewahren. Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) reagierte darauf, dass die Intensivstationen immer mehr Covid-19-Kranke aufnehmen müssen. Kommende Woche erreicht die Auslastung der Kliniken laut Prognosen einen Spitzenwert.

Am Dienstag meldeten die Behörden 6000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, etwas weniger als im Durchschnitt der vergangenen sieben Tage. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100 000 Einwohner lag mit 560 leicht unter dem Spitzenwert von Freitag. Zum Vergleich: In Deutschland liegt dieser Wert unter 150. Gut 4500 Patienten mussten auf Intensivstationen behandelt werden.

Die Regierung will nun teilweise auch Massentests durchführen, um Infizierte schnell zu finden und in Quarantäne schicken zu können. Das soll je nach Fallzahlen bei bestimmten Berufsgruppen oder Regionen gemacht werden.

Die Schweiz ist bei den Infektionen noch härter getroffen als Österreich, mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von fast 600 Infektionen. Dort gibt es aber bislang aber nur regional große Einschränkungen. Im Lockdown ist etwa der Kanton Genf. Abgesehen von Schulen und Lebensmittelgeschäften sind alle Geschäfte und Dienstleister geschlossen. Landesweit wurden Ende Oktober bislang nur Clubs und Tanzlokale geschossen und es wurde eine Sperrstunde für Restaurants und Bars ab 23 Uhr eingeführt. Im Kanton Wallis sind Restaurants inzwischen auch geschlossen.