"Sie sind alle noch zu brav"

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 30. September 2019

Kreisliga Ortenau

BZ-INTERVIEW ZUM SPIELTAG mit Oliver Potratz, Trainer des FV Zell-Weierbach.

ZELL-WEIERBACH. Nach dem deutlichen 6:2-Erfolg gegen den Tabellenletzten, die Landesligareserve des SC Offenburg liegt der FV Zell-Weierbach auf einem guten fünften Platz der Kreisliga A Nord. Wie der Zell-Weierbacher Trainer die Partie erlebt hat und wie sich die Mannschaft nach dem klaren Heimsieg belohnt hat, erzählt er Wolfgang Künstle im Interview.

BZ: Ein deutlicher Sieg gegen den SC Offenburg II – liegen Ihnen Freitagspiele ganz besonders?
Potratz: Nein, das kann man so nicht sagen. Ich glaube, der SCO kam auf und zu und hat angefragt, ob wir auf Freitag gehen können. Wir sind nach dem Spiel noch alle gemeinsam aufs Weinfest – das tut auch mal gut.
BZ: Wie haben Sie die Begegnung erlebt?
Potratz: Der SCO II hat wohl Personalprobleme, grad weil es bei der ersten Mannschaft im Moment auch nicht läuft. Wir haben das Spiel klar beherrscht, es war von Anfang an nur eine Frage der Höhe des Ergebnisses.
BZ: Der FVZ steht momentan auf dem fünften Platz – ein erstes Fazit?
Potratz: Ich bin ganz zufrieden, auch wenn wir vier oder fünf Punkte zu wenig haben. Wir haben einige Verletzte, die uns zu schaffen machen darunter Max Litterst, der sich das Kreuzband angerissen hat und wohl die komplette Hinrunde fehlen wird. Er kam aus der A-Jugend und ist in der Innenverteidigung ein super Mann. Dazu fehlen drei weitere mit Bänderverletzungen, die noch drei, vier Wochen ausfallen werden. Das ist nicht leicht zu verkraften.
BZ: Sie sagen, Sie haben vier, fünf Punkte zu wenig – wo sind sie geblieben?
Potratz: Wir haben in Gengenbach nur Remis gespielt, gegen Wolfach zuhause nur 0:0. Auch die Niederlage in Nußbach war unnötig. Wir hatten immer viele Chancen, die wir nicht genutzt haben.
BZ: Ist die Chancenverwertung ein Schwachpunkt Ihrer Mannschaft?
Potratz: Nein, wir haben eine ganz junge Mannschaft. Die meisten sind 21, 22 Jahre alt, das merkt man halt, Sie brauchen noch ein, zwei Jahre, wenn sie zusammenbleiben. Sie stammen ja alle aus der eigenen Jugend und dieses Jahr kommen wieder drei oder vier aus der A-Jugend raus. Der Verein macht eine hervorragende Jugendarbeit.
BZ: Woran müssen Sie im Training vorwiegend noch arbeiten?
Potratz: Erfahrung und Cleverness kann man ja schlecht trainieren. Das muss von selber kommen. Aber wir können an taktischen Sachen arbeiten wie das Zustellen in der Abwehr und im Mittelfeld, die Laufwege, Pressing oder auch den Torabschluss. Sie sind alle noch zu brav.
BZ: Was sind die Ziele in dieser Saison?
Potratz: Wir wollen die Runde positiv gestalten und so weit wie möglich nach oben. Ich halte Platz drei bis acht für realistisch. Vorne werden Rammersweier, Linx und Fautenbach wegmarschieren.
BZ: Was steckt mittelfristig in der Mannschaft drin?
Potratz: Schön wäre es, mal wieder in die Bezirksliga zu kommen. Das sollte man probieren, wozu spielt man sonst? Aber im Moment ist das noch zu früh, aber in ein, zwei Jahren sollte man dies ins Auge fassen.