Skiwettbewerbe in Krasnaja Poljana

Totentanz in Sotschi

Elke Windisch

Von Elke Windisch

Fr, 07. Februar 2014

Olympische Spiele

Krasnaja Poljana heißt der Ort, an dem von morgen an die Skiwettbewerbe der Olympischen Spiele stattfinden – der Name Rote Lichtung erinnert an ein Blutbad.

Krasnaja Poljana braucht Vergleiche mit Kitzbühel oder Courchevel in den französischen Alpen, wo russische Oligarchen gern Komasaufen mit Champagner veranstalten, nicht zu scheuen. Harmonisch fügen sich Nobelherbergen in die grandiose Berglandschaft des Nordwestkaukasus, beim Anblick der Pisten und Loipen rollen sogar ehemalige Skiweltmeister verzückt mit den Augen. "Magnifique" hauchte im September bei der Abnahme sogar Jean-Claude Killy in die Mikrofone: Der Franzose heimste in den Siebzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts olympisches Gold für die Grande Nation im Fließbandtakt ein und koordiniert jetzt im Auftrag des Internationalen Olympischen Komitees IOC die Vorbereitungen für die Spiele in Sotschi.

"Magnifique" – wundervoll – sagt auch Fatimat Schemuchowa. Sie haucht das Wort nicht in den Hörer, sie brüllt es fast aus sich heraus. Schemuchowa, 23, gehört zu den Aktivsten von No Sotchi, einer Organisation, die den Protest gegen die Spiele organisiert. Weil sie auf den Leichen eines ganzen Volks ausgetragen werden, wie Schemuchowa sagt. Sie meint das durchaus wörtlich. Dort, wo in den kommenden zwei Wochen die Wettkämpfe in den alpinen Disziplinen ausgetragen werden, watete vor 150  Jahren die Zarenarmee im Blut von Fatimats Volk: den Tscherkessen. Damit – und nicht mit der Vorliebe kommunistischer Machthaber für die Farbe Rot – erklärt sie auch den Ortsnamen: Krasnaja Poljana bedeutet: Rote Lichtung. 

Zur Tragödie der Tscherkessen, ...

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